Dritter Stich notwendig?Trotz Immunsuppressiva: Gute Immunantwort nach Impfung

Die Sorge war groß, dass Menschen mit gedrosseltem Immunsystem eventuell kaum auf die Covid-Impfung ansprechen. Eine Studie zeigt nun, dass das nicht der Fall ist. Eventuell ist aber eine dritte Dosis notwendig.

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Impfung; Pflaster; Menschen
Auch bei geschwächtem Immunsystem zeigt die Impfung Wirkung © tete_escape - stock.adobe.com
 

Betroffene von Autoimmunerkrankungen benötigen oftmals eine Therapie, die das Immunsystem schwächt. Gerade in dieser Gruppe kann es daher zu schweren Verläufen von Covid-19 kommen. Bis dato war unklar, ob sie auf eine Impfung gegen SARS-CoV-2 ausreichend ansprechen, insbesondere bei Patientinnen und Patienten die sogenannte B-Zell-depletierende Medikamente – wie beispielsweise Rituximab gegen Rheumatoide Arthritis – erhalten.

In einer gerade veröffentlichten Studie eines abteilungsübergreifenden Teams der Medizinischen Universität Wien unter Koordination der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III konnte diese Frage nun beantwortet werden. Senior-Autor Michael Bonelli konnte mit seinem Studienteam zeigen, dass der Großteil dieser Patientinnen und Patienten in der Lage ist, dennoch eine humorale und zelluläre Immunantwort zu entwickeln.

Michael Bonelli sagt dazu: „B-Zellen stellen eine wichtige Zellpopulation für die Entwicklung von Antikörpern dar. Wir konnten zeigen, dass Patienten unter B-Zell-depletierender Therapie mit Rituximab in mehr als  50 Prozent der Fälle dennoch Antikörper gegen SARS-CoV-2 entwickeln und ein möglicher zusätzlicher Schutz durch eine zelluläre Immunantwort besteht. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, immunsupprimierte Patienten gegen SARS-CoV-2 zu impfen.“

Manchmal braucht es eine dritte Impfung

Daniel Aletaha, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie, erklärt weiter: „Die Erkenntnisse dieser Arbeit stellten die Grundlage für eine mittlerweile abgeschlossene randomisierte Booster-Impfstudie dar, in welcher wir untersuchten, ob jene Gruppe von Patientinnen und Patienten unter Therapie mit Rituximab, die nach Standardimpfung eben keine Antikörper bilden konnten, durch eine dritte Impfung mit einem neuerlichen mRNA-Impfstoff oder einem Wechsel auf Vektor-Impfstoff doch noch humorale bzw. zelluläre Immunität entwickeln."

Die Ergebnisse der ersten Impfstudie stünden kurz vor der Publikation und werden hoffentlich zur Schaffung von Richtlinien zur Impfstrategie gegen SARS-CoV-2 bei immunsupprimierten Patientinnen und Patienten beitragen. Eine derzeit rekrutierende Folgestudie mit demselben Design erweitert die Rituximab-Studie nun auf alle Patienten und Patientinnen mit Immunsuppression und verschiedensten Indikationen aus dem Bereich Rheumatologie, Neurologie, Hämatologie, Transplantation und anderen. Dieses Projekt stellt eine Zusammenarbeit vieler Forscher und Forscherinnen verschiedener Abteilungen und Institute der MedUni Wien dar.

Kommentare (9)
Eigenverantwortung
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Eigenverantwortung

Meine Immungenetik zeigt vor 3 Universitäts-Kliniken den HLA-B27 und HLA-B51 eines Morbus Behcet und vor HLA-B27 und HLA-Cw6 einen graduellen Morbus Reiter & Psoriasis Arthritis als Differential-Diagnosen. Nach auto-immunologischem Totalversagen der System-Medizin und regelrechter Diagnose-Verhinderung seitens der Elektronischen Patientenakte medizinischer Nichtnotwendigkeit seitens der Krankenkassen ließ ich die Diagnosen privat stellen und heilte mich naturheilkundlich und eigenverantwortlich ! So inaktivierte ich die Autoimmun-Diagnosen. Ich entschied mich nicht, mein Immun-System unnötig durch Immunsuppressiva zu ruinieren und heilte so mein Immunsystem. Heute weiß ich sogar vor dem HLA-A02 und HLA-B27 gemäß Studien der Pharma-Genetik zu SARS-CoV-2, daß vor dieser HLA-Genetik und 8 weiteren klinischen Befunden meine Blutgruppe Null Negativ ein klinisches Therapeutikum der Zytokin- und HLA-Therapie für Corona-Intensiv-Patienten ist, also ich vor "Corona-Bussi's" als Non-Responder kein Asymptomatischer bin, sondern genetisch-immun ! Einen einzigen Rückschlag hatte ich, das war vor vielen Jahren die Grippe-Impfung, die ich wieder naturheilkundlich beseitigte. Wenn ich etwas vor einer Super-Zell-Abwehr zu fürchten habe, dann nicht SARS-CoV-2, sondern die immun-suppressiven und kontra-produktiven Corona-Maßnahmen und diese gen-manipulative "Impfung" mit Experimental-Impfstoff, die sich gefährlich für mein Angeborenes Immun-System als autoimmun-förderliches Risiko verbietet...

mocoro
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Impfen, impfen, impfen

Unsere Regierung ist schon schlau, wenn sich niemand Neuer mehr impfen lässt, impfen wir dir Impfwilligen einfach noch mal.
Bravo.

Schneemutz
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Zuerst

die vulnerablen Gruppen 1x impfen. Dann doch 2x. Das genügt dann nicht. Es muss eine sterile Herdenimmunität her, die aber nicht zu erreichen ist. Deshalb alle Erwachsenen impfen. 2x. Die Kinder müssen auch geimpft werden. Jetzt braucht es 3x impfen bei Erwachsenen mit bestimmten Grunderkrankungen, bald bei allen Erwachsenen. Die Kinder werden auch nachziehen müssen. Wie geht das noch weiter, frage ich mich.

gab65
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manchmal?

ich brauch kein wahrsager zu sein, das es zu einer generellen dritten impfung kommen wird. vielleicht hätte man doch nicht alles auf die impfungen auslegen sollen.

sila01
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ja

was für eine erfreuliche Nachricht. Danke!

Church-Hill
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Ja, unglaublich!

Wir haben ein Kistl Schampus geöffnet und feiern schon den ganzen Tag, weil ma uns so freuen...

sila01
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hallo Church-Hill

da ich ja eine Betroffene dieser Immunsupression unter Rituximab bin freut es mich zu lesen - dass auch ich die Chance habe - dass eine Impfung nicht ganz umsonst bei mir ist .... auch wennn sich Sie aufgefordert fühlen nur einen ironischen Kommentar zu hinterlassen.

AN ALLE - die GESUND SIND UND GLAUBEN - DASS ES LUSTIG IST NICHT GEIMPFT WERDEN ZU KÖNNEN ODER ZU WISSEN DASS DIE IMPFUNG FÜR BESTIMMTE GRUPPEN OHNE WIRKUNG BLEIBT- -ES IST GAR NICHT LUSTIG: UND ES ÄRGERT MICH - dass manche Menschen die medizinische Errungenschaft einer Impfung als Bedrohung empfinden. Ich denke - dass sind in den meisten Fällen Menschen, die gesund sind und natürlicherweise Skepsis empfinden weil sie keine Ahnung davon haben was es bedeutet krank zu sein. Ich habe im Laufe meiner Jahre viele Menschen kennengelernt, die schwer krank sind oder waren, kein einziger hatte sein Leiden aufgrund einer Impfung, auch wenn es für kurze Zeit Impfreaktionen gibt und geben kann. Natürlich weiß man es noch nicht genau ob längerfristig Impffolgen entstehen oder nicht - aber irgendwelchen ominösen Verschwörungstheorien zu glabuen - halte ich für sehr bedenklich. Ich respektiere jeden der sich nicht impfen lassen will - aber auch jeden der sich impfen lässt! Es sollte nicht gegeneinander aufgewogen werden! JEMAND DER SICH IMPFEN LÄSST IST NICHT BLÖD!!!! aber wenn jemand für sich entscheidet, dass er es nicht tut - ist es auch ok!

Carlo62
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@church hill

Vielen Dank für Deinen deplatzierten Sarkasmus. Sei froh darüber, dass Du nicht weißt, was es heißt mit einer Autoimmunkrankheit zu leben und regelmäßig Immunsupressiva einzunehmen.

sila01
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an Carlo62

Danke - leider haben viele Menschen keine Ahnung was es wirklich bedeutet - DANKESCHÖN!!! ICH FREUE MICH NÄMLICH WIRKLICH ÜBER DIESEN ARTIKEL BETREFFEND RITUXIMAB!