Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Corona-ImpfungKollaritsch: "Rasche erste Teilimpfung für möglichst viele Menschen"

Laut Impfexperten Herwig Kollaritsch ist es in naher Zukunft nicht möglich, Herdenimmunität zu erreichen. Er plädiert daher dafür, die zweite Teilimpfung aufzuschieben um möglichst schnell mehr Menschen die erste Dosis zu verabreichen.

Impfexperte Herwig Kollaritsch plädiert für ein schnelles Verabreichen der ersten Impfdosis.
Impfexperte Herwig Kollaritsch plädiert für ein schnelles Verabreichen der ersten Impfdosis. © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Laut dem Wiener Impfexperten Herwig Kollaritsch kann "Herdenschutz" bei den infektiöseren SARS-CoV-2-Varianten kaum erreicht werden. Daher solle bis zur breiten Verfügbarkeit von Covid-19-Vakzinen, bei denen nur eine Impfdosis notwendig ist, alles darangesetzt werden, möglichst vielen Österreichern die Erstimpfung zu verabreichen.

Derzeit sind mit den beiden mRNA-Vakzinen (Pfizer/BioNTech, Moderna) und zwei Vektor-Vakzinen (AstraZeneca, Janssen-Cilag) vier Covid-19-Impfstoffe in der EU zugelassen. In Österreich basiert die Impfkampagne bisher auf den mRNA-Vakzinen und jener von AstraZeneca - jeweils mit zwei Teilimpfungen.

Aus den Erfahrungen mit allen Vakzinen, bei denen zwei Dosen  erforderlich sind, lässt sich laut Kollaritsch ableiten: "Es ist enorm wichtig, dass möglichst viele Menschen möglichst schnell die erste Teilimpfung erhalten." Der Schutz baue sich nämlich mit der Zeit auf, die zweite Teilimpfung diene vor allem dem Ausbau des Impferfolges.

Aus Israel gibt es mit dem Pfizer/BioNTech-Impfstoff bereits hervorragende Daten über die Schutzrate in der routinemäßigen Verwendung: 14 bis 20 Tage nach erster Teilimpfung gibt es eine Schutzrate gegen Infektion von 46 Prozent; 21 bis 27 Tage nach Immunisierung liegt diese bei 60 Prozent. Sieben Tage nach zweiter Teilimpfung liegt die Schutzrate bei 92 Prozent.

Das hat potenziell große Auswirkungen auch auf das österreichische Covid-19-Impfprogramm. Ursprünglich sollte die zweite Teilimpfung der mRNA-Vakzine nach drei bzw. vier Wochen erfolgen – bei AstraZeneca nach elf bis zwölf Wochen. Reizt man aber bei den mRNA das Impfintervall auf sechs Wochen aus (maximal 42 Tage) und geht man bei AstraZeneca auf die zwölf Wochen (maximal 84 Tage), gewinnt man mehr Zeit für die Erstimpfung von mehr Personen. So nutzt man die zur Verfügung stehenden Vakzine-Menge besser für die schnelle Schutzwirkung in der Bevölkerung.

"Das Ausreizen der möglichen Impfintervalle erlaubt Flexibilität und eine wesentlich raschere Animpfung der Bevölkerung mit der ersten Teilimpfung“, so Kollaritsch. Der Verzicht auf das Aufheben der zweiten Impfdosis für die bereits mit einer Dosis Geimpften, hätte den Effekt, dass bis zum 20. Juli bis zu zwei Millionen Personen in Österreich mehr erstgeimpft werden könnten. 

Bei Covid-19 kommt es laut dem Wiener Experten primär auf den Schutz des Einzelnen durch die Impfung an. Der Grund dafür: Vor allem mit infektiöseren Virusvarianten ist "Herdenimmunität" – bei der ein hoher Prozentsatz immunisierter Menschen auch die Nicht-Geimpften schützt – kaum zu erreichen. Man ging vom Erreichen eines "Herdenschutzes" bei den ersten SARS-CoV-2-Stämmen vor der britischen BV.1.1.7-Variante ab einem Durchimpfungsgrad der Bevölkerung von 63 Prozent aus. "Die B.1.1.7-Virusvariante hat aber eine Basis-Reproduktionszahl von 4,5. Da müsste die Durchimpfungsrate bei 78 Prozent liegen", sagte Kolleritsch.

Diese "kollektive Immunität" sei nicht zu erreichen, vor allem, solange man Kinder und Jugendliche nicht durchimpfen könne, betonte der Experte. Bisher sind die Vakzine erst ab dem Alter von 16 bzw. 18 Jahren zugelassen. Studien zur Herabsetzung des Alterslimits laufen aber.

 

Kommentare (10)
Kommentieren
selbstdenker70
12
16
Lesenswert?

..

Ich persönlich halte von der derzeitigen Strategie Hund, Katz, Maus zu impfen gar nichts. Nicht im Wissen das es in kürzester Zeit gute Medikamente geben wird, die man dann nimmt wenn man sie braucht. Und das reicht dann auch vollkommen aus, nachdem weit über 80% kaum Symptome oder einen extrem milden Verlauf, sprich man merkt eine leichte Verkühlung, haben. Die Risikogruppen, und alle die es wollen sollen ruhig geimpft werden, was auch jetzt schon bei der Grippeimpfung der Fall ist, und den Rest soll man in Ruhe lassen. Und weil wir gerade beim Thema sind....Wenn neueste Studien feststellen das die Mehrheit der Menschen mit Grippeimpfung einen milden Verlauf haben, dann hinterfrage ich zum ersten Mal sowieso die ganze derzeitige Strategie.

Irgendeiner
9
13
Lesenswert?

Du bist dir offenbar nicht klar denkerle, ein milder

Verlauf kann dich auch mit Schäden hinten lassen und die neuen Mutationen greifen alterstechnisch härter runter,Haimbuchner der Beatmete ist 42 und kein Einzelfall,vergiß das Bastigeschwafel von den Alten und Kinder sind jetzt auch schon im schweren Verlauf.Wir müssen möglichst viele impfen und wie der Mann da oben sagt und ich schon früher sagte, daß Astra am besten funktioniert wenn 12 Wochen Abstand sind,gibt uns die Chance impfstrategisch mehr durchzubringen,die Sonderfälle würd ich da aber nicht inkludieren, Transplantierte etwa.Für Dich einfacher,auch wenn Du nicht alt und gefährdet bist, jetrzt kannst in der Ziehung sein, impfen!

Balrog206
1
5
Lesenswert?

Irgi

Soll nix beschwichtigen , nur der Form halber , aber angeblich leidet er an einer chronischen Stoffwechsel Erkrankung u wird als Risiko Patient eingestuft der Herr H !

Irgendeiner
0
3
Lesenswert?

Roggi, ich kenne die Befunde von ihm natürlich nicht,aber er war nur

ein Beispiel,weil ich weiß daß das im Kopf leichter ankommt, der Befund von dem ich rede ist,die Angesteckten werden jünger und das Alter in den Intensivstationen fährt auch runter und Roggi,das Phänomen ist neu,ihr seid dieselben geblieben,nicht gesünder, nicht kränker,aber das Virus ist jetzt anders.Und Roggi.Du bist ein biologisches System wie alle,es gibt Dinge bezogen auf ein Virus die helfen und schaden,Blutgruppen,Neanderthalergene,Rauchen, Vorschädigungen,altesbedingtes oder sonstiges Nachlassen des Immunsystems,wir kennen wahrscheinlich nichtmal alle Faktoren, dazu ist es zu neu,abers wenns weniger Virenlast braucht und aggressiver fährt nimmts mehr mit und nicht nur die´ Altersruinen wie mich.Und der Pathologe wie es so schön heißt,weiß es dann restlos,aber das ist nie hilfreich für den Betreffenden,nimm hin, es ist jetzt gefährlicher,welcher Schnösel es reingelassen hat brauch ich wohl nicht dazuzusagen aber darüber redma wennma durch sind und noch leben.

Irgendeiner
9
9
Lesenswert?

Naja,kann man machen,allerdings würd ich die sehr Alten und Hochgefährdeten

trotzdem schleunigst beide verabreichen bei den einen ist der Impfinterval nur sehr limitiert erhöhbar,das wäre da die Wahl, bei den anderen geht man offenbar ohnehin den Weg die 12 Wochen anzustreben,war nicht mein Vorschlag, war der des Mediziners,ich hätte es aber auch so gewollt,weils dann effektiver ist. und über die Kinder hätte man sich spätestens den Kopf zu zerbrechen gehabt als die Daten der britischen Variante zeigten,daß die jetzt auch in der Ziehung sind, gestreut haben sie ja immer.Das kleine Problemerl das wir noch haben ist,wir bräuchten Impfungen und Kurz,nicht für jeden eine, für jeden zwei,verwuschelns das nicht wieder.

Irgendeiner
10
3
Lesenswert?

Ach ja,rote Strichi der Stille,

malerisch,wohl ein Reiz-Reaktionsverhalten.

Irgendeiner
6
5
Lesenswert?

Oder anders gesagt:

Wenn ich nur seinen Nick erblick,
sitzt mir der Zorn schon im Genick,
und rötend folg ich seinen Spuren,
den red ich, kommt er schnell auf Touren,
so bleibt mir,es ist bitterlich,
stets nur der kleine rote Strich.

PetraChri
6
13
Lesenswert?

Warum erst jetzt?

Ich bin ja froh das man endlich drauf kommt das man die Dauer in der Zulassung voll ausschöpfen kann. Aber warum erst jetzt? Seit Anfang an gibt es von Experten die Empfehlung, aber vor lauter Angst traute sich bis jetzt keiner in Österreich das Umzusetzen.
Großbritannien geht sogar noch weiter und sagt es ist eine Krise und ein Notfall und geht deshalb sogar die Zulassung hinaus! Der Erfolg gibt ihnen Recht.
So manch ein Politiker freute sich über den neuen J&J Impfstoff welcher nur eine Dosis benötigt. (Was sie nicht begreifen das der J&J ähnlich effektiv ist wie eine Dosis der 3 bis jetzt zugelassenen Impfstoffe.) Wie lange der Schutz der J&J mit einer Dosis anhält wird sich erst zeigen (ich rate mal ins blaue, ähnlich lange wie 1 Dosis der bestehenden Impfstoffe).

Also zusammen gefasst: Gut das jetzt ein Umdenken stattfindend aber warum erst jetzt? Mit stand heute könnten über 20 % der impfbaren Bevölkerung (teil)geimpft sein!

GordonKelz
16
7
Lesenswert?

Auch so ein SCHMARREN !!!

Gordon Kelz

Ragnar Lodbrok
5
23
Lesenswert?

Her mit dem Jaukerl!

...