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CoronavirusMenschen sterben meist an Covid-19 - nicht an Begleiterkrankungen

Die Zahlen aus der Pathologie belegen: Die meisten Opfer versterben an Covid-19, nicht an ihren Begleiterkrankungen.

© Baan Taksin Studio/stock.adobe.com (SASIL SIRIVADHANAKUL)
 

Als Konsequenz steigender Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 und den daraus resultierenden Covid-19-Erkrankungen nimmt auch die Zahl der Todesfälle wieder zu. Die Zahlen aus der Pathologie belegen: Die meisten Opfer versterben an Covid-19, nicht an ihren Begleiterkrankungen.

Falsch ist offenbar die immer wieder in Öffentlichkeit und Medien auftauchende Meinung, die meisten Corona-Opfer gebe es unter den Menschen, die schon vor ihrer SARS-CoV-2-Infektion schwer krank gewesen seien. Ihre zu erwartende Sterblichkeit sei quasi durch Covid-19 "vorverschoben" worden.

"Das stimmt nicht. Eine Komorbidität (Begleiterkrankung; Anm.) an sich spielt eine geringere Rolle als Einschränkungen in der Funktionalität bei den Patienten. Das ist aber bei allen schweren Erkrankungen, nicht nur bei Covid-19, so", sagte Walter Hasibeder, nächster Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) am Mittwoch gegenüber der APA.

Bestimmte Vorerkrankungen und speziell das Alter erhöhten natürlich das Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung. "Wenn aber Covid-19-Patienten sterben, dann zumeist an Covid-19, nicht an den Vorerkrankungen", erklärte der Intensivmediziner. Sei aber die Funktionalität, also die Kapazität, das tägliche Leben selbstständig zu meistern, stark eingeschränkt, verschlechtere sich die Prognose der Betroffenen.

"Eine Vorerkrankung wie eine gut eingestellte arterielle Hypertonie oder ein Diabetes bedeuten nicht an sich schon eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit", sagte Hasibeder, Abteilungschef am Krankenhaus Zams in Tirol. Umgekehrt, wie der Experte sagte: "Der Großteil der Patienten, die während der ersten Pandemiephase an unserer Intensivstation aufgenommen wurden, litt an typischen Zivilisationskrankheiten. Die meisten waren trotz ihres mittleren Alters von 72 Jahren körperlich und geistig fit."

Ausgerechnet die beiden jüngsten Patienten im Alter von 30 und 40 Jahren hätten schwerstes Lungenversagen entwickelt und hätten an ein ECMO-Gerät für den künstlichen Lungenersatz angeschlossen werden müssen.

Natürlich gibt es eine Alterskurve in der Covid-19-Mortalität. Das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weist für die Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren pro hundert Erkrankte bei Männern eine Sterblichkeit von 0,5 Fällen auf, bei den Frauen sind das noch null Fälle. Zwischen 65 und 74 Jahren sterben dann schon 4,5 Prozent der betroffenen Männer und 1,7 Prozent der weiblichen Patienten.

Zwischen 75 und 84 Jahren liegt die Covid-19-Mortalität bei den männlichen Erkrankten bei elf Prozent, bei den Frauen fast bei der Hälfte (6,4 Prozent). Die Altersgruppe 84 plus weist eine Covid-19-Sterblichkeit von 22,2 Prozent unter den Männern und eine von 13,9 Prozent bei den Frauen auf.

In Deutschland werteten Pathologen 154 Obduktionen an 68 Instituten aus: 86 Prozent der untersuchten Covid-19-Opfer waren direkt der Virus-Erkrankung erlegen. Das nationale italienische Statistikinstitut (Istat) kam einer ähnlichen Untersuchung auf 89 Prozent. Nur elf Prozent waren mit einer SARS-CoV-2-Infektion an einem anderen Grundleiden gestorben.

Ein deutsches Register über rund 10.000 Covid-19-Patienten zeigte allerdings, dass ein erheblicher Anteil der im Krankenhaus Behandelten Vorerkrankungen aufwies: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) Bluthochdruck, 27 Prozent hatte Herzrhythmusstörungen, 14 Prozent eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und sechs Prozent Adipositas.

"Es kommt jeweils darauf an, welche funktionalen Reserven die Patienten aufweisen", sagte Hasibeder dazu. Und aus den USA gemeldet werde, dass 20 Prozent der wegen Covid-19 Hospitalisierten oder Verstorbenen junge Menschen seien, wäre das auch kein Widerspruch. "Die waren jung, aber nicht gesund." Bei Adipositas-Raten von 40 Prozent sei das allein schon ein hohes Risiko.

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GanzObjektivGesehen
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Ich habe eigentlich kein Interesse an diesen Zahlenspielen.

Wir sind jetzt bei über 1000 Toten die mit COVID in Verbindung gebracht werden.
Tendenz steigend. Das sind viele, zu viele.
Sollen Forscher doch alles auswerten, ein paar Tote in ihren Statistiken von einer Seite auf die ander schieben und ihre Bücher darüber schreiben. An der Tatsache das man an diesem Virus stark erkranken oder auch sterben kann ist nicht zu rütteln.
Wenn es sich nicht um die am besten vorgetragene Verschwörungstheorie seit dem vorgetäuschten Tod von Elvis Presley (für die die ihn noch kennen) handelt, dann sollte man versuchen diese Krise zu bewältigen und nicht wegzudiskutieren....

fwf
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Genau

Der überfahrene Fußgänger stirbt ja auch nicht an den Verletzungen, sondern am Schock, oder ????

Aleister
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Komisch

Ich kenne einen Pathologen eines sehr, sehr großen Krankenhauses welcher mir vor gut 3 Wochen genau gegenteiliges erzählt hat.

Mein Graz
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@Alaister

Hat der mindestens gleich viele Obduktionen durchgeführt bzw. Daten ausgewertet oder ist das seine persönliche Ansicht?

72MPYMH4R6R2ARIO
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@

tja, man kann alle Statistiken und Meinungen so drehen wie man will. Lemingen wirds gfrein

wollanig
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Was

sind Lemingen?

herwig67
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Zum Nachdenken

für alle Jünger sämtlicher Verschwörungstheorien. Natürlich geht einem jeden die Covid Pandemie auf die Nerven, nur bis zu geeigneten Medikamenten werden wir uns in manchen Bereichen einschränken müssen. Allerdings stellt sich die Frage, ob z.B Homeoffice, wo möglich, und Einkaufservice für die Risikogruppe nicht sinnvoller wäre als Einschränkungen in der Gastronomie und Veranstaltungen.( betrifft nicht die Registrierungspflicht!) Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man dieser Erkrankung ohnehin nicht auskommen wird und diese uns noch sehr lange, wenn nicht für immer, begleiten wird. Hoffentlich gibt's bald einen Impfstoff und wirksame Tabletten dagegen.

Irmiernst
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Was jetzt??

Einmal so, einmal so, da darf sich niemand wundern, wenn die Verunsicherung in der Bevölkerung genauso ansteigt wie die Infektionszahlen. Kennt sich denn keiner wirklich aus? Jetzt plötzlich wird mit Prozentzahlen "herumgeworfen".

checker43
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Die

Verunsicherung stammt da her, dass viele Schwurbler behauptet haben, dass eh nur Auto- und Fallschirmverunfallte als Covid-Tote gezählt werden. Wer es geglaubt hat, ist aber selber schuld.

erstdenkendannsprechen
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mann - informieren sie sich halt und lesen sie mehr als headlines -

dann wär das kein problem.
wo ist ihr problem mit prozentzahlen?

JK1976
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Wenn man z.b in Salzburg die reisserische Nachricht platziert .

Intensivpatienten um 400 Prozent gestiegen, gab es einen Anstieg von 1 auf 4. Dies sind Zahlenspiele wie diese heutige Angstgesellschaft manipuliert wird.

checker43
6
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Die

Nachricht wäre nicht reißerisch, wenn Sie auch noch den folgenden Satz ("Wenn das so weitergeht, kommen wir bald an die Kapazitätsgrenze") gelesen hätten. Aber manche müssen ja alles aus dem Zusammenhang reißen, damit sie sich aufregen können.

samro
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auch davor gab es

prozentzahlen.
prozente errechnen sich leicht.
und selbst ohne prozentzahlen kann man denen glauben die an vordester front kaempfen muessen. die haben keine grund zu luegen.

Ninaki
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prozent

Endlich einmal Prozentangaben. Da kann man sich besser orientieren. (Z.b. Prozent oder Promille der Gesamtbevölkerung würde auch die Bezirks- bzw. Ländervergleiche endlich relativieren). Das würde ich mir bei Angaben zu den Covid-Erkrankungen und Infektionen auch wünschen. Absolute Zahlen sagen mir wenig und dramatisieren nur, sind aber nicht objektiv.

erstdenkendannsprechen
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deswegen werden die bezirkszahlen ja aufgerechnet auf 10.000 oder 100.000

wegen der vergleichbarkeit warats gwesn...