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Coronavirus Lüften in Schulen zwar empfohlen, aber oft unmöglich

Durch die schlechte Ausstattung bzw. strengen Sicherheitsvorkehrungen ist das Lüften in vielen Bildungseinrichtungen nicht möglich.

Sujetbild © (c) visoot - stock.adobe.com
 

Regelmäßiges Lüften ist in den Schulen ein zentraler Baustein bei den Maßnahmen gegen eine Verbreitung des Coronavirus. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Durch die schlechte Ausstattung bzw. strengen Sicherheitsvorkehrungen ist dies in vielen Bildungseinrichtungen nicht möglich. "Darauf weisen wir seit 20 Jahren hin", sagte der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter der APA.

Wie hoch genau der Anteil der Schulen mit schlechter Ausstattung ist, ist nicht bis kaum untersucht. Besonders bei den älteren Gebäuden sei aber klar, "dass diese nicht wie eine neue Campusanlage ausgerüstet sind", meinte Hutter. Schlecht gelüftete Räume sind jedoch der perfekte Boden für eine Verbreitung des Coronavirus. Die Aerosole verteilen sich in geschlossenen Innenräumen rasch im gesamten Raum und können dort längere Zeit in der Luft schwebend verbleiben.

Versperrte Fenster

Peter Tappler, federführender Sachverständiger des Arbeitskreises Innenraumluft im Umweltministerium, empfahl den Schulen dringend, zumindest alle - meist aus Sicherheitsgründen - versperrten Fenster zu entsperren. "Es muss beim Lüften halt jemand bei dem Fenster stehen und aufpassen, dass nichts passiert", so Tappler. Prinzipiell sollten die Klassenräume aber schnell mit Lüftungsanlagen ausgerüstet werden. "Ich verstehe nicht, wieso das noch nicht geschehen ist, die kosten 12.000 Euro und sind in einem Tag eingebaut", meinte der Sachverständige.

Lüft-Empfehlungen

Zum generellen Lüften in der Corona-Zeit hat der Arbeitskreis Innenraumluft Empfehlungen für Schulen ausgearbeitet. Für Klassenräume wird dabei empfohlen, in jeder Unterrichtspause intensiv bei weit geöffneten Fenstern zu lüften. Bei Unterrichtseinheiten, die länger als 45 Minuten dauern, auch während des Unterrichts. "Dies ist ungeachtet anderer Schutzmaßnahmen wie dem Einhalten von Mindestabständen oder dem Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske medizinisch notwendig", heißt es.

Bei Sport in Innenräumen muss ebenfalls für ausreichende Lüftung gesorgt werden. "Die Menge an emittierten Partikeln steigt mit der körperlichen Aktivität. Schon bei geringer Belastung ist die Atemfrequenz gegenüber Ruhephasen deutlich erhöht. Folglich sind Räume, in denen Sport betrieben wird, deutlich häufiger zu lüften", empfahlen die Experten.

Bei Fensterlüftung ist eine Querlüftung optimal, die über einen Durchzug - über möglichst gegenüberliegende weit geöffnete Fenster - Raumluft schnell gegen Frischluft austauscht. Als wirksam gilt aber auch eine Stoßlüftung bei weit geöffnetem Fenster über einige Minuten. "In stark belegten Räumen ist das alleinige Kippen der Fenster, auch wenn dies dauerhaft erfolgt, für eine ausreichende Frischluftzufuhr nicht ausreichend", warnte der Arbeitskreis. Der Einsatz von mobilen Luftreinigern in Klassenräumen kann das aktive Lüften nicht ersetzen, sondern allenfalls flankieren.

Kommentare (7)

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pescador
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Lüften in Schulen zwar empfohlen, aber oft unmöglich

In vielen Schulen löst sich das Problem von allein. Die Fenster sind nämlich oft so marode, dass es an allen Ecken und Kanten zieht.

himmel17
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17
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Wunschtraum Lüftungsanlagen

Es gibt in keiner einzigen Klasse in Österreich an einem Heizkörper einen Thermostat. Unglaublich aber wahr. Lieber wird bei ständig gekippten Fenstern hinaus geheizt. Dafür sieht man in jedem Eingangsbereich einen Flatscreen, der Energiesparen suggeriert/vorgaukelt.

hermannsteinacher
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Warum gibt es eine Benutzungsbewilligung

durch Baubehörden für solche Schulen???

himmel17
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Arbeitsinspektorat ...

... in öffentlichen Gebäuden unerwünscht!

HansAmbrusch
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12.000 €

 "Ich verstehe nicht, wieso das noch nicht geschehen ist, die kosten 12.000 Euro und sind in einem Tag eingebaut", meinte der Sachverständige. (Zitat)
Nun, dann möge sich der Sachverständige bitte mal mit den Budgets der Schulen etwas eingehender beschäftigen. 12.000 Euro sind da zum Großteil nicht so locker flockig drinnen....

lombok
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Dann macht es doch endlich möglich, Ihr Vollidioten!

Sorry, für meine Wortwahl. Aber es kann doch nicht daran scheitern! Es geht um unsere Kinder und letztlich um uns alle. Sind die Verantwortlichen denn von allen guten Geistern verlassen, dass man keine Lösung findet, um die Klassenzimmer alle 15 min durchzulüften???

Sam125
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lombok, ganz einfach wiel niemand fie Verantwortung übernehmen will,wenn ein

Kind, oder Jugendlicher aus dem Fenster stürzen könnte! Da wie wir ja wissen es immer wieder zu solchen Vorfällen kam und sich unsere lieben Kids in den letzten Jahren dahingehrn,nicht gerade zu ihrem "Vorteil" entwickelt haben und die Kinder alles "dürfen"und den Lehrern die Hände in Sache Autorität gebunden sind,so war die Verriegelung der Fenster die einfachste Lösung,damit kein Kind zu Schaden kommt! Das ist zumindest meine Wahrnehmung dahingehend,denn wenn ich in der heutigen Zeit Lehrer wäre,würde ich auch darauf bestehen,dass die Schüler die Fenster nicht selbstständig öffnen können!!!