Nachdem im Vorjahr in Österreich einige Kinder nach Mandeloperationen gestorben waren, haben HNO- sowie Kinder- und Jugendärzte gemeinsam ein Konsensuspapier mit einheitlichen Richtlinien für die Operation sowie die Nachbetreuung erarbeitet. Der Grundtenor: Künftig sollen Entscheidungen für oder gegen einen Eingriff bei Kindern "gemeinsam, differenzierter und individueller" getroffen werden. Die Ärzte haben das Papier am Mittwoch im Gesundheitsministerium in Wien übergeben.

Verkleinerung weit weniger gefährlich. Besonders bei der kritischen Gruppe der unter Sechsjährigen soll die Entscheidung für eine Mandeloperation "möglichst vermieden werden" hieß es in einer Aussendung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Stattdessen sollten sich die Ärzte zum Beispiel bei der Vergrößerung der Mandeln für eine weit weniger gefährliche Verkleinerung entscheiden. Auch bei wiederholt infizierten Mandeln wird in dem Papier empfohlen, zuerst "alle konservativen und medikamentösen Behandlungsmethoden" auszuschöpfen.

Stationäre Betreuung. Nach einer Operation sollte wegen des Blutungsrisikos eine stationäre Betreuung der Kinder für mindestens zwei bis drei Tage ins Auge gefasst werden. Dabei sollten die Mediziner die Dauer des Aufenthaltes wiederum von der individuellen Situation abhängig machen. Als besonders wichtig wird in dem Papier auch die umfassende Aufklärung der Eltern erachtet. So sollten diese über das richtige Verhalten vor und nach einer Mandeloperation, wie zum Beispiel Sportverbot, Verhalten bei einer Nachblutung oder Einnahmeverbot für Medikamente wie Aspirin oder Aspro, Bescheid wissen.