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Couch-FastenÜber die selbst verordnete Gemütlichkeit

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. (Und das ist eigentlich gelogen. Auch der Geist ist unwillig.)

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Das ist nur ein Sujet-Bild: diese Redakteurin schwächelt © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Ich bin es wieder. Die, die sich jeden Tag bewegt. Oder wie Sie sich wahrscheinlich schon denken können: die, die sich den Weltmeistertitel fürs Ausredenerfinden umhängen darf. Denn ich schwächle. Nicht schon wieder, sondern immer noch. Und das kommt nicht von ungefähr. Mein engster Kreis, der weiß: Ich gehöre zu jenem Schlag Mensch, der den körperlichen Ruhezustand nur alle Schaltjahre deaktiviert. Und wie wir alle wissen: Schlechte Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen ablegen. Passend dazu hat mich letzte Woche die Nachricht eines Lesers erreicht. „Sobald etwas mit Zwang geschieht, erzeugt es Stress“, schreibt er. Und ich finde, da hat er recht.


Mit diesem Mantra im Hinterkopf lässt sich die selbst verordnete Gemütlichkeit gut vor sich selbst legitimieren. Und so schleiche ich geschwind durch die Hintertür des Gewissens vor der Moral davon. Damit das Schuldbewusstsein trotzdem nicht allzu laut schreit, lasse ich die Schrittzähler-App auf meinem Smartphone warm laufen. Das heißt: Der Körperkontakt mit meiner Yoga-Matte wird derzeit gegen 10.000 Schritte pro Tag eingetauscht. Meine Zwischenbilanz? Die Bewegung und ich führen jene Art von Freundschaft, bei der es ständig heißt: „Wir sollten uns ganz bald treffen“, aber man im Vorhinein schon weiß, dass es nie dazu kommen wird.


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