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FamilieAus dem Leben einer Zwillingsmama: Arbeit und Liebe im Doppelpack

Zwillingsmama und Bloggerin Christina Tropper über Freudentränen und zwei kleinen Herzchen, die der Frauenarzt am Ultraschall pochen sieht. Ein kleiner Einblick in ein Leben mit Zwillingen.

© www.pressthebutton.at
 

Was für ein Wunder. Was für ein Glück. Was für eine Freude. „Zwillinge wollte ich schon immer!“ Und so verlassen mein Mann und ich freudetaumelnd die Arztpraxis, sind beschwipst von Hormonen und Emotionen. Wir malen uns unsere Zukunft aus: mit braven, lächelnden Kindern, die zufrieden und sauber in unseren Armen schlummern. Wie alle Jungeltern haben wir nicht die leiseste Ahnung, was da so auf uns zukommen wird. Nur eben doppelt.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"

Wir sprechen da von Schlafentzug und Panda-artigen Augenringen. Und natürlich von gebirgsartigen Wäschebergen. Der Himalaya lässt grüßen. Natürlich geht es auch um zwei Kinder, die synchron alle Kinderkrankheiten durchleben, während man selbst Probe stirbt. Aber das wissen wir ja zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also lächeln wir dümmlich und erzählen unseren Freunden die frohe Botschaft. Denn schon Heinrich Heine wusste: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

Die Reaktionen sind durchwachsen. Zwar hat zu Zwillingen offensichtlich jeder eine Meinung. Aber keiner eine Ahnung. Die einen wollten immer schon Zwillinge haben und gratulieren. Die anderen haben eine Cousine, die einen Zwilling hatte. Und die nächsten sind Zwillinge vom Sternzeichen. Die Bandbreite, was man uns über Zwillinge erzählt, ist sehr groß. Der Informationsgehalt gleich null. Unsere Freunde, die bereits Kinder haben und demnach Ahnung, schauen mitleidig und wissend. Sie sagen aber nichts. Wie das Leben mit Zwillingen wirklich ist, das weiß nämlich nur eine echte Zwillingsmutter. Im Internet hat sich deshalb der Begriff „Zwillingsmafia“ gebildet.

Die "Zwillingsmafia"

Die Zwillingsmafia ist eine Art „geheime“ Online-Selbsthilfegruppe. Eine Gemeinschaft von Müttern, die sich unterstützen, austauschen und aufrichten. Denn die Probleme, die Zwillingsmütter haben, sind grundlegend anders als die anderer Mütter. Und vor allem: Zwillingsmütter treffen sich sehr gerne online, denn für reale Zusammenkünfte haben sie im Normalfall weder Zeit noch Nerven. Denn zwei Baby fertig zu machen, nur um Kaffee trinken zu gehen? Viel zu stressig! Mafiös angehaucht geben sich Zwillingsmütter Tipps, haben ein offenes Ohr und halten zusammen.

Ein paar Beispiele für jene Fragen gefällig, die speziell auf Zwillingsmütter zukommen? – Wie kann ich eineiige Zwillinge auseinanderhalten (soll ich sie mit einem Edding markieren)?
– Soll ich Zwillinge gleichzeitig füttern und stillen (Stichwort Massenkindhaltung)?
– Mit welchem Zwillingskinderwagen passe ich durch jede Tür? (Das Baby-Cabrio kostet übrigens so viel wie ein Gebrauchtwagen.)
– Und warum fragen alle Menschen jeden Bildungsgrades bei Kindern im Zwillingskinderwagen immer: „Sind das Zwillinge?“ (Weil das Standard ist …)
– Streiten Zwillinge häufiger als andere Geschwister? (Gefühlt ja, statistisch nein!)

Zur Person

Journalistin und Bloggerin Christina Tropper schreibt mit Lisbeth Koch auf www.einerschreitimmer.com über den chaotischen Alltag als Mutter von zwei Kindern: Zwillingen.
Ihr Rezept? Humor und Gelassenheit. Gespickt mit
Experteninterviews, DIY-Tutorials und Rezepten ist „Einer schreit immer“ Treffpunkt für mehr als 200.000 Leser im Monat.
Im August erscheint Troppers Ratgeber „Die Trotzphase ist kein Ponyhof“ im Trias-Verlag.


Die Liste an äußerst spezifischen Zwillingsproblemen ist vielfältig und lange. Erfahrene Zwillingseltern nicken sich nur wissend und müde lächelnd zu. Und wenn wieder einmal ein Promi wie etwa George Clooney oder Ronaldo in den Zwillingsklub aufgenommen werden, dann wird ganz genau verfolgt, wie viele Nacht-Nannys engagiert werden. Wie viele Haushälterinnen den Zwillingszirkus jonglieren. In welch kurzer Zeit die Promi-Zwillingseltern sichtlich altern. Wohlwollend, aber mit ein wenig Neid verfolgt die Mafia die Promi-Eltern. Nur sie kennen den Stress, aber auch die Liebe, die man zurückbekommt.

Drei Fragen an Sonja Stifter (Facebook-Gruppe Zwillingsmütter in Österreich)

1. Wie kam es dazu, dass Sie die Gruppe gegründet haben?
Sonja Stifter: Gegründet habe ich die Gruppe, weil ich den Austausch verbessern wollte. Außerdem ging es mir darum, dass sich Mütter der Region auch besser vernetzen können. Mittlerweile haben wir einmal im Jahr ein Zwillingstreffen mit bis zu 150 Familien aus ganz Österreich.
2. Welche Themen werden in der Gruppe besprochen?
Oft sind es sehr private Themen: ob Erziehungsfragen oder Urlaubsempfehlungen. Ob Wochenfluss oder praktische Tipps – da es sich um eine geschlossene und nicht öffentliche Gruppe handelt, geht es um sehr persönliche Erfahrungen.
3. Was ist das Besondere an Zwillingen?
Sie sind eine Herausforderung, weil sie eben doch fordernder als die sogenannten Einlinge sind. Zwillingseltern haben ganz besondere Probleme.

Stellen Sie Zwillingseltern ein

Sollten Sie also Personalchef einer Firma sein, dann kann ich Ihnen nur eines empfehlen: Stellen Sie Zwillingseltern ein! Zwillingseltern sind stressresistent wie Bombenentschärfer, sie sind Meister des Multitasking und haben eine überraschend hohe Ekelschwelle. Außerdem haben Zwillingseltern Galgenhumor, brauchen wenig Schlaf und können im wahrsten Sinne des Wortes zwei Dinge gleichzeitig machen. Mafia-Wissen gibt’s übrigens kostenlos dazu.

Drei Fragen an Sonja Stifter (Facebook-Gruppe Zwillingsmütter in Österreich)

1. Wie kam es dazu, dass Sie die Gruppe gegründet haben?
Sonja Stifter: Gegründet habe ich die Gruppe, weil ich den Austausch verbessern wollte. Außerdem ging es mir darum, dass sich Mütter der Region auch besser vernetzen können. Mittlerweile haben wir einmal im Jahr ein Zwillingstreffen mit bis zu 150 Familien aus ganz Österreich.
2. Welche Themen werden in der Gruppe besprochen?
Oft sind es sehr private Themen: ob Erziehungsfragen oder Urlaubsempfehlungen. Ob Wochenfluss oder praktische Tipps – da es sich um eine geschlossene und nicht öffentliche Gruppe handelt, geht es um sehr persönliche Erfahrungen.
3. Was ist das Besondere an Zwillingen?
Sie sind eine Herausforderung, weil sie eben doch fordernder als die sogenannten Einlinge sind. Zwillingseltern haben ganz besondere Probleme.

Foto © Christina Tropper

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DLer
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Die ersten 2 Jahre ist es mit Zwillingen sicher sehr stressig! Meine 2 Kinder haben keinen großen Altersunterschied, aber es ist sicher entspannter weil der Große doch schon selbstständiger ist, laufen kann und auch mal warten kann...
Ansonsten sag ich: je knapper sie beinander liegen desto besser können sie spielen - da sind Zwillinge natürlich top!

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placebo1650
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unsere...

Mäuse werden 4 Jahre - der Anfang war wesentlich entspannter, als erwartet, aber...ab 6 Monaten ging's so richtig los - bis beide stabil mobil waren, das war heftig! Und die Breiphase - ein Wahnsinn! Jetzt ist es so, dass es wirklich fein ist, da sie beide immer jmd zum Spielen haben und das auch genießen - ich glaub, dass es ab einem gewissen Alter mit twins fast einfacher ist, als mit 2 mit einem gewissen Abstand - also, wir würden nicht tauschen wollen....für uns passt es mit Twins perfekt!
Und das, was die Umwelt dazu zu sagen hat, find ich unerhört - wir hörten von:" Zwillinge, der arme Papa", "Sie hatten aber wohl einen Kaiserschnitt", "Zwillinge, was für eine Plage" bis hin zu dem Klassiker "Eineiig oder 2-eiig (Unsere sind Bub und Mädchen)" so ziemlich alles ;)

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plolin
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Es ist aber sicher auch nicht

einfacher, wenn man 2 oder mehrere Kinder hintereinander bekommt.

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Feja
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Find ich schon

Ich bekomm lieber noch vier hintereinander als einmal Zwillinge ;)

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