Studie zeigtKeine steigende Unzufriedenheit in Beziehungen

Einer Studie der Uni Innsbruck zufolge kam es im Laufe der Pandemie nicht zu vermehrten Konflikten oder Trennungen.

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Paare stehen in der Pandemie vor neuen Herausforderungen. Getrennt lebende Paare mussten Distanzen überwinden und zusammenlebende waren gezwungen, ihre Beziehung auf engem Raum zu intensivieren. Eine Studie der Universität Innsbruck zeigt nun aber, dass die Pandemie nur wenig Einfluss auf die Zufriedenheit in den Beziehungen hat. Eine steigende Unzufriedenheit konnte nicht festgestellt werden, teilte die Uni am Montag in einer Aussendung mit.

"Erstaunlicherweise konnten wir in unserer umfassenden Studie nicht bestätigen, dass es während der Pandemie zu vermehrten Konflikten oder Trennungen gekommen ist", erklärte Studienleiter Marcel Zentner, Professor am Institut für Psychologie. Es habe sich sogar das Gegenteil gezeigt: Vor allem jene, die bereits vorher in ihrer Beziehung zufrieden waren, waren es zumeist auch nach Ausbruch der Pandemie.

Allerdings konnten die Wissenschafter beobachten, dass sich Beziehungszufriedenheit und sexuelle Zufriedenheit vor allem bei nicht zusammenlebenden Paaren anfangs veränderte. "Besonders zu Beginn der Pandemie gab es bei nicht zusammenlebenden Personen einen Einbruch der Beziehungszufriedenheit, insbesondere bei der sexuellen Zufriedenheit. Es scheint aber so, als hätten sich die Paare im November wieder etwas erholt und ihr Zufriedenheits-Level von vor der Pandemie erreicht", sagte Julia Vigl, Mitverantwortliche der Studie. Vor allem Menschen mit einem sicheren Beziehungsstil - also mit wenig Angst davor, verlassen oder betrogen zu werden - seien während Corona zufriedener gewesen.In der Studie wollten die Wissenschafter erfassen, welche Rolle pandemiebezogene Einflüsse, Aspekte der Beziehung selbst sowie Persönlichkeitsaspekte der Teilnehmenden spielen. Dafür analysierten die Forscher in einer Längsschnittstudie an insgesamt vier Messzeitpunkten die Beziehungszufriedenheit von Paaren während der Pandemie.

Bereits beim ersten Messzeitpunkt, kurz nach Ausbruch, nahmen über 3000 Personen aus über 60 Ländern an der Studie teil. Die weiteren beiden Erhebungen fanden individuell nach jeweils zehn Tagen statt. Im November 2020 wurden die Teilnehmer schließlich zum vierten Mal befragt.

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