Ob neu anlegen oder umgestalten – viele Gartenbesitzer juckt in der Coronakrise der grüne Daumen. Eine der langfristigsten Entscheidungen, die man als Gärtner fällt, ist die einen Baum zu pflanzen. „Schon eine kurzlebige Sorte wird 60 bis 80 Jahre alt“, sagt Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Initiative „Natur im Garten“. Deshalb muss es genau die Richtige sein. Beim Finden hilft das neue Onlinetool „Baumnavigator“, der einem anhand von elf Kriterien passende Vorschläge macht. Das sind die wichtigsten.

  • Anforderungen. „Grundsätzlich muss man überlegen, welche Funktion der Baum im Garten erfüllen soll“, sagt Batakovic. Ist er Schattenspender oder Sichtschutz? Soll er Früchte tragen oder eine bestimmte Optik haben? Steht er im Grundstück oder an der Straße? Wie groß soll er werden und welche Wuchsform haben? „Diese Anforderungen grenzen die Zahl der infrage kommenden Sorten schon stark ein.“
  • Standort. Grundsätzlich gilt als Faustregel: Was der Baum in der Krone an Volumen entwickelt, das bildet er auch unterirdisch an Wurzeln. „Deshalb darf man ihn nicht zu nahe an Haus, Zaun oder Straße setzen. Oder gar über vergrabene Leitungen“, sagt Batakovic. Wichtig ist auch die Beschaffenheit des Erdreichs, weshalb man einen Bodentest machen sollte.
  • Klimatoleranz. Steigende Temperaturen und Trockenheit in unseren Breiten machen Bäumen schwer zu schaffen. „In Österreich müssen sie auch mit Frost im Winter zurechtkommen“, sagt Batakovic. Das ist ein Spagat, den nicht alle Sorten schaffen.
    Ökologischer Wert. Ein Baum ist so viel mehr als Schmuck, Schattenspender oder Obstproduzent. „Viele Sorten bieten mit Pollen und Nektar ihrer Blüten sowie den Früchten wichtige Nahrungsquellen für Tiere“, sagt Batakovic. Wenn sie geeignete Astgabeln ausbilden, sind sie zudem ein Lebensraum, in dem Vögel brüten. Umso wertvoller ein Baum für das Ökosystem ist, desto besser.
  • Invasive Sorten. Nicht pflanzen sollte man sogenannte Neophyten, die heimische Arten verdrängen – allen voran die Robinie, die sich durch Samen und Wurzelausläufer vermehrt. „Am Anfang freut man sich, weil der Baum so schnell wächst“, sagt Batakovic. „Aber dann wird man der Lage kaum noch Herr.“
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