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"Mädchen, traut euch!"Die Schwester unter den Benzinbrüdern

Sabine Wechtitsch war eine der ersten Frauen in einer Männerdomäne. Was sie jungen Frauen heute rät.

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Leicht war es nicht, da ich Burschen und Lehrer überzeugen musste, dass Mädchen auch Kfz-Mechaniker sein können. Ich habe sie aber mit meinem Wissensdurst und meinen Leistungen überzeugen können. Damals war ich das einzige Mädchen mit 360 Burschen in der Berufsschule in Arnfels. Das hat sich geändert, heute kommt – nach meiner Schätzung – ein Mädchen auf 30 Burschen.

1981 konnten die Betriebe noch aus einer Vielzahl von Lehrlingen aussuchen und haben sich hauptsächlich für Burschen entschieden. Heute ist es umgekehrt. Deshalb, Mädchen, traut euch und stellt euch bei den Betrieben vor. Die alten Vorurteile sind fast ausgestorben und ihr habt die Chance, einen aufregenden und zukunftsorientierten Beruf zu erlernen. Entscheidet euch für die Lehre mit Matura und bildet euch berufsbegleitend weiter. So könnt ihr schon ab dem 15. Lebensjahr eigenes Geld verdienen und selbstbestimmt leben. Ich sage immer: Brave Mädchen kommen in den Himmel – wissensdurstige Mädchen kommen überall hin.
Foto © Juergen Fuchs

Zur Person

Sabine Wechtitsch war die jüngste Kfz-Meisterin Österreichs. Heute bildet sie als Bereichsleiterstellvertreterin für die Kfz-Technik im Wifi Steiermark den Nachwuchs aus und sagt: „Mädchen, traut euch!“

Ich sage immer: Brave Mädchen kommen in den Himmel – wissensdurstige Mädchen kommen überall hin.

Sabine Wechtitsch
Ich freue mich immer, wenn Mädchen bei den Landeslehrlingswettbewerben mitmachen. Im letzten Jahr hatten wir eine großartige Siegerin, die dann auch in Bregenz bei den Staatsmeisterschaften gewonnen hat. Sie erinnert mich sehr an mich in meiner Jugend. Jetzt bin ich 39 Jahre im Beruf und kann sagen, dass ich in den letzten 35 Jahren keine Anfeindungen oder blöden Sprüche erleben musste. Im Gegenteil, meine Kollegen und Kursteilnehmer haben mich voll akzeptiert, ich bin eine von ihnen. Dass sich meine Tochter Lisa auch für diesen Weg entschieden hat, ist der beste Beweis dafür, wie sehr ich meinen Beruf liebe.

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