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Bedürfnis nach AngstkickWarum der Mensch sich gerne gruselt

... und dann kommt der kalte Schauer. Ende gut, alles Blut: Warum wir uns gerne gruseln – und warum es uns sogar Lust bereitet.

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Es ist immer dasselbe.
Man wird sich fürchten.
Man wird Schatten sehen, wo keine sind.
Man wird unters Bett schauen.
Man wird drei Mal kontrollieren, ob die Haustür auch wirklich zugesperrt ist.

Und alles wird nichts helfen, denn der ärgste Feind sind die eigenen Hirngespinste.

Und das Phänomen hat sogar einen Namen. „Sensation Seeking“ nennt sich das Bedürfnis nach dem Angstkick, der sich natürlich ins Unermessliche steigern lässt. Wobei Angst schon einmal der falsche Ausdruck ist, wie der Berliner Psychologe Peter Walschburger weiß: "Unter Gruseln verstehen wir eher das Wort Angstlust. Es kommt ein kurzer Angsteffekt hoch, und gleich unmittelbar danach merkt man, dass man eigentlich in Sicherheit ist.“ Der Mensch liebt also das kontrollierte Fürchten. Ob vorm Fernseher oder im Kino, der Zuseher weiß wie bei einem kontrollierten Laborversuch, dass er eigentlich in Sicherheit ist. „In einem sicheren Hintergrund ist zwar ein Angsteffekt eingebaut, aber der lebensbedrohliche Moment fehlt. Nur noch der Aufregungsmoment sorgt für die Stimulanz.“ Diese sichere Art von Gefahr ist vor allem für Pubertierende spannend und noch einmal ein Extraanreiz. Die Bandbreite des Gruselspektrums ist groß.

Unter Gruseln verstehen wir eher das Wort Angstlust. Es kommt ein kurzer Angsteffekt hoch, und gleich unmittelbar danach merkt man, dass man eigentlich in Sicherheit ist.

Peter Walschburger, Psychologe