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Gegen IsolationMini-Roboter vertritt kranke Kinder in der Schule

Die norwegische Firma No Isolation hat einen Avatar entwickelt, der kranken Kindern helfen soll in der Schule nicht den Anschluss zu verlieren.

Der AV1 bei einer Gruppenarbeit in der Klasse
Der AV1-Roboter bei einer Gruppenarbeit in der Klasse © Estera Kluczenko
 

In Österreich gibt es tausende Kinder, die nicht regelmäßig zur Schule gehen können, weil sie an schweren Erkrankungen leiden. Dadurch verpassen sie viel vom Unterricht und den sozialen Anschluss an die Klasse. "Soziale Isolation erzeugt Stress, das ist schlecht für die Heilung", sagt Monika Fuchs-Brantl von der Heilstättenschule Wien. Ein kleiner Roboter soll dieses Problem jetzt lösen.

Testbetrieb in Wien

Der 30 Zentimeter große Avatar der norwegischen Firma No Isolation heißt AV1. Bei einem Austauschprojekt mit einer niederländischen Schule für Körperbehinderungen und chronischen Erkrankungen hat Fuchs-Brantl von dem Avatar erfahren und ihn für einen dreimonatigen Testbetrieb nach Wien geholt. Seit April ist der AV1 an einer Volksschule in Favoriten im Einsatz. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln eines Erasmus-Plus-Projekts der EU. 

Testkind Dominik leidet an Krebs

Dominik besucht die dritte Klasse und hat wegen seiner Krebserkrankung bereits ein Schuljahr verloren. Der AV1 soll ihm nicht nur dabei helfen dem Unterricht von daheim aus zu folgen, sondern auch den sozialen Anschluss nicht zu verlieren. Der kleine Avatar, den Dominik über ein Tablet steuern kann, sitzt statt ihm im Klassenzimmer. Per Emoticon kann Dominik zeigen, wie er sich gerade fühlt. Auch den Kopf des Roboters kann er drehen und so über die eingebaute Kamera das ganze Klassenzimmer im Blick haben. Ein blinkendes Lämpchen bedeutet, dass Dominik aufzeigt und der Klasse etwas sagen möchte und ein blaues Licht zeigt, dass er erschöpft ist und deshalb nicht aktiv am Unterricht teilnehmen kann.

Teilhabe am sozialen Miteinander

Auch bei Ausflügen war Dominik dank Avatar dabei, etwa auf dem Wasserturm in Wien-Favoriten. "Auf der Aussichtsplattform sind die Kinder dann gleich zum Roboter gelaufen und haben hineingerufen: "Dominik! Schau, da ist unsere Schule!", schildert Klassenlehrerin Sylvia Wulz. "Und Dominik hat sich gefreut, dass er auch die Aussicht mit den anderen Kindern genießen konnte." Falls der 3.000 Euro teure Avatar bei einem Ausflug kaputtgeht, bekommt man rasch ein Ersatzgerät, da in der monatlichen Pauschale von 80 Euro eine Versicherung enthalten ist.

Heilstätten-Lehrerin Monika Fuchs-Brantl sieht Einsatzmöglichkeiten für den AV1 übrigens nicht nur bei jenen Schülern, die wegen Krebs, nach Operationen oder wegen langwieriger Behandlungen längere Zeit nicht in die Schule gehen können. Sie denkt auch an Kinder mit chronischen Krankheiten oder Schulangst, die derzeit gar nicht beschult würden. "Hier gibt es viel Potenzial."

Kommentare (1)

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klickme
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Großes Potenzial

im friedlichen Miteinander zwischen Mensch und Roboter. Ich finde das vielversprechend. Für den kleinen Dominik eine große Hilfe und auch ein interessantes Tool.

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