AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

HaushaltsunfälleSo endet der Frühjahrsputz nicht im Spital

Frühjahrsputz ist Knochenarbeit: Worauf zu achten ist, damit aus Saubermännern und -frauen, keine Bruchpiloten werden.

Jetzt weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Ihr Testabo beinhaltet:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Zugriff auf die Smartphone App
  • Test endet automatisch nach 4 Wochen
Hand in glove washing glass surface with sponge and cleaning foam
© Prostock-studio - stock.adobe.co
 

Es gibt in jedem Bereich seine Klassiker. So auch bei Unfällen im Haushalt. Franz-Josef Seibert von der Grazer Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie, zuständig für Unfallchirurgie weiß davon ein Lied zu singen – eine Frühlingsmelodie. „Wir merken gerade wieder, dass sich die Leute an den Frühjahrsputz machen. Der Klassiker sind Leiterstürze, momentan passiert aber auch viel im Gartenbereich. Man kann nicht oft genug darauf aufmerksam machen, dass man professionelle Geräte der Anleitung entsprechend verwenden sollte. Eine tolle Leiter hilft nichts, wenn sie auf wackeligem Untergrund steht.“ Aus Erfahrung kann der Orthopäde und Traumatologe sagen, dass bei Frühjahrsputz-Unfällen im Wohnraum vor allem Frauen, im Außenbereich häufiger Männer betroffen sind. „Es gibt ja schon alle Geräte bei den Baumärkten zum Ausleihen.“ Deswegen ginge es an den sonnigen Frühjahrswochenenden in den Spitälern rund.

Prognosen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zufolge verletzen sich in den Frühlingswochen bis Ende Mai rund 4000 Personen bei Reinigungsarbeiten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Im Vorjahr wurden 21.400 Österreicher bei Haushaltsunfällen verletzt. Die KFV-Statistik entspricht jedenfalls Franz-Josef Seiberts Eindrücken. Die meisten Verletzungen werden durch Stürze, scharfe Gegenstände sowie Zusammenstöße mit anderen Objekten bzw. Personen hervorgerufen. Die Folgen: Knochenbrüche, offene Wunden, Sehnen- und Muskelverletzungen sowie Prellungen. Besonders hoch sei das Verletzungsrisiko für Menschen ab 65 Jahren. Deswegen rät Seibert auch dazu, sich Zeit zu nehmen, nicht zu hudeln und die Schlapfen gegen Turnschuhe mit ordentlicher Sohle auszutauschen, wenn es an die Hausarbeit geht.


In Sachen Unfallvermeidung hat sich das KfV übrigens namhafte Verstärkung geholt. Physiker Werner Gruber erklärt in Kurzvideos die Physik der Unfälle (zu finden unter: www.kfv.at). Unter anderem auch die Physik hinter dem Leitersturz – alles eine Frage des Schwerpunkts. Werner Gruber: „Solange sich mein Schwerpunkt über der Auflagefläche meiner Beine befindet, ist alles gut. Durch die Leiter kann man aber nicht mehr so breitbeinig stehen und die Auflagefläche wird kleiner als gewöhnlich. Und wenn man sich dann nur eine Spur zur Seite neigen, dann fallen wir um.“

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren