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Ein altersgerechter UmbauAuf ein Neues!

Kennengelernt haben sie sich mit mehr als 60 Jahren. Jetzt haben Lore Tálos und Hannes Steinmann ihr Häuschen im Burgenland altersgerecht umgebaut.

© (c) oliver wolf
 

Straßenseitig ist alles beim Alten geblieben: Hier zeigt sich nur die Giebelseite eines kleinen, gemauerten Häuschens mit Pietà in einer Nische unter dem Dach, daneben ein blaues Tor im gemauerten Bogen. Dahinter streckt sich das Gebäude in ein langes, schmales Grundstück hinein, das von einer querstehenden Scheune begrenzt wird, durch die es direkt ins sogenannte Hintaus(gassl) geht, das einst als Zufahrt für die Fuhrwerke gedacht war.

So sah das Haus vor dem Umbau aus. Foto © KK

Als Lore Tálos das rund 160 Jahre alte Haus in St. Margarethen vor bald 40 Jahren gemeinsam mit ihrem damaligen Gatten als Wochenendhaus erwarb, war es eher abbruchreif als bewohnbar. In den folgenden Jahren steckte die Familie allerdings jede Menge Herzblut, Arbeit und Geld in die Sanierung des Hauses, das letztlich neben der Küche gleich im Entree noch drei Wohnräume im Parterre und ein Kinderzimmer auf dem Dachboden bot.

Wohnporträt: Streckhaus mit Faltdach

Die Hofseite nach dem Umbau.

Oliver Wolf

Straßenseitig blieb das Haus auf den ersten Blick unverändert...

Oliver Wolf

.... auf den zweiten Blick erkennt man das veränderte Dach.

Oliver Wolf

Der erste Blick aufs Haus, wenn sich das Tor öffnet...

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Und ein Blick vom Garten in Richtung Tor...

Oliver Wolf

Das lange, schmale Grundstück wird von einer querstehenden Scheune begrenzt.

Oliver Wolf

Das neue Raumerlebnis unter dem "gefalteten Dach"

Oliver Wolf

Der Baustoff Holz blieb sichtbar.

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Auch die Stahlträger sind gut erkennbar.

Oliver Wolf

Das Faltwerk namens Dach ist gut erkennbar...

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Eine zarte Stahlseilkonstruktion als Absturzsicherung vor den Fenstern.

Oliver Wolf

Ein Blick in den Dachbodenteil, der nicht verändert wurde...

Oliver Wolf

Die Dachschräge wird mit Schiebetüren perfekt als Stauraum genutzt.

Oliver Wolf

Das neue Raumgefühl im Parterre. Die Türe rechts führt ins Bad, hier war ehemals die steile Treppe ins Obergeschoß positioniert.

Oliver Wolf

Das neue Bad mit besonderer Raumhöhe...

Oliver Wolf

Ein Blick in Richtung der neuen Treppe...

Oliver Wolf

Das neue Stiegenhaus.

Oliver Wolf

Und hier die gute Stube im Altbestand.

Oliver Wolf

Ein Kachelofen sorgt für Wärme.

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Der Blick vom Schlafzimmer im Altbestand durch die Küche (im Entree) bis in die gute Stube.

Oliver Wolf

Die kleine Küche befindet sich gleich im Hauseingangsbereich, die ehemalige Speis wurde schon vor vielen Jahren zum Bad umfunktioniert.

Oliver Wolf

Erinnerungen an die Baustelle...

KK

Die Massivholzplatten wurden per Kran ins Grundstück gehoben.

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Platte für Platte wuchs das Haus...

KK

Rechts außen sieht man das neu angefügte Stiegenhaus.

KK

Der Zustand vor dem Umbau.

KK

Der alte Dachboden bot einfach nicht genug Höhe und Licht

KK
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So weit, so wohnlich und eigentlich perfekt, auch als Dauerwohnsitz, den sich Tálos vor zehn Jahren hier einrichtete. Als sie sich 2015 gemeinsam mit ihrem neuen Lebenspartner Hannes Steinmann Gedanken über eine sinnvolle Veranlagung der eigenen Ersparnisse machte, fiel aber doch rasch die Entscheidung, ins eigene Haus zu investieren, um es tatsächlich altersgerecht und für alle Fälle barrierefrei zu machen. Einerseits wollte man das Dach verändern, um im Obergeschoß an Raumhöhe zu gewinnen, andererseits sollte die extrem steile Stiege in den Dachboden durch eine gefahrlos begehbare ersetzt und zumindest der Schacht für einen Lift ins Obergeschoß vorbereitet werden. Das bevorzugte Baumaterial der Bewohner: Holz. Die Wunschplanerin für den Umbau war die Wiener Architektin Gabu Heindl, die das Projekt schließlich in Kooperation mit der Architektin Heidi Pretterhofer anging. „Wenn wir etwas machen, war klar, dass das nur in der Vertikale geht. Wir wollten aber nicht noch ein Geschoß aufsetzen. Die Dachlandschaft im Ort ist schließlich sehr prägnant. Wir haben also eine Neuinterpretation des Daches versucht, die die alte Logik beibehält“, erklärt Pretterhofer das neue „gefaltete Dach“, das jetzt zu 50 Prozent das alte Satteldach ersetzt und den Bewohnern die gewünschte Raumhöhe im Obergeschoß garantiert. Optisch erinnert die Konstruktion mit ihrem Aufheben von Dreiecken durchaus an Origami. Direkt an der Grundstücksgrenze nach Norden hin behält das neue Blechdach allerdings die alte Neigung (und eine Ziegeldeckung) bei, um dem Nachbarn einen vertrauten Anblick zu bieten. „Es ging uns darum, aus dem Inneren heraus mehr Raum zu schaffen. Licht von allen Seiten zu bekommen und brauchbare Durchgangshöhen zu schaffen, das war wichtiger als die äußere Formidee“, sagt Pretterhofer. Die Grundfläche des Hauses ist dabei gleich geblieben, nur eine neue Stiege ins Obergeschoß kam außen dazu. Ein Liftschacht ist vorbereitet. Im neuen Holzzubau hat im Parterre auch noch ein neues Bad Platz.

Der Dachboden vor dem Umbau. Foto © KK

Innen wird im neuen Gebäudeteil aus dem Baumaterial kein Geheimnis gemacht: Holz und Stahl(träger) bestimmen das Erscheinungsbild. Stilbewusst wurde auch die Verblechung des Daches auf die Fassade hinuntergezogen. Und die Absturzsicherung für die Fenster ist eine zarte Konstruktion aus Stahlseilen.

Was & Wer

Umbau eines 160 Jahre alten Hauses mit etwa 160 Qaudratmeter Wohnfläche (Erdgeschoß plus Dachboden) in St. Margarethen im Burgenland. Das Grundstück ist nur etwa 420 Quadratmeter groß. Planung: ein halbes Jahr, Bauzeit von März 2017 bis September 2017.

Planung: ein Kooperationsprojekt der Wiener Architektinnen Gabu Heindl und Heidi Pretterhofer.
www.gabu-wang.at,
www.prearq.at

Innen stechen die mobilen Regalsysteme aus Holz und die perfekte Stauraumnutzung in der Dachschräge ins Auge: alles Ideen der Hausherrin. Dazwischen gibt es viele Stücke mit Patina, passend zu einem Haus mit viel Geschichte, in dem gerade wieder ein neues Kapitel begann.

 

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