AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

NEUES OGH-URTEILWann Fahrtzeit Arbeitszeit ist

Das Urteil des Obersten Gerichtshofes wird Beschäftigte im Außendienst freuen: Die Fahrzeit vom und zum Wohnort im technischen Servicebereich ist nämlich als Arbeitszeit zu werten.

© (c) Jürgen Fälchle - stock.adobe.com
 

Ein Urteil des Obersten Gerichtshof (OGH) zu einer Feststellungsklage des Angestelltenbetriebsrates der Firma Vaillant Group Austria GmbH stellt klar, dass die Zeit, die Kundendiensttechniker für die Fahrt von der Wohnung zum ersten Kunden sowie vom letzten Kunden zurück zur Wohnung, benötigen, als Arbeitszeit zu bewerten und somit auch zu bezahlen ist.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH) folgt im Wesentlichen dem Urteil des EuGH vom 10.9.2015 in der Rechtssache "Tyco". Der Entscheidung zufolge könnten die Kundendiensttechniker den Weg zum bzw. vom Kunden nicht mit einem beliebig wählbaren Verkehrsmittel zurücklegen, sondern mit dem Firmenfahrzeug. Der Beschäftigte hätte demnach bereits ab seinem Wohnort für die konkreten Kundeneinsätze hergerichtete Betriebsmittel des Arbeitgebers zu verwenden. Weiters sei vorgegeben, dass der kürzeste Weg zum Kunden zu wählen ist. Über die Fahrten würden auch Aufzeichnungen geführt, aus denen Unterbrechungen erkennbar sind und die punktuell der Kontrolle unterliegen. Der Kundendiensttechniker sei somit in der Wahl des Verkehrsmittels sowie der Wegstrecke nicht frei und unterliegt während der Fahrzeit dem Weisungsrecht des Arbeitgebers. "Das Urteil hat für Beschäftigten, die keinen festen Arbeitsort haben und mit Fahrzeugen und nach Weisung des Arbeitgebers täglich vom Wohnort aus zu verschiedenen Arbeitsorten bzw. Kunden und am Ende des Tages zurück nach Hause fahren, bahnbrechende Wirkung und stellt in dieser Frage Klarheit zu Gunsten der Beschäftigten her", zeigt sich die geschäftsführende Vorsitzende der GPA-djp, Barbara Teiber zufrieden.

Kommentare (3)

Kommentieren
sebi8
0
0
Lesenswert?

gut so

microfib: Ja das habe ich auch so verstanden, dass die Zeit von zuhause bis zum ersten Kunden und dann beim heimfahren gezahlt wird. Die Fahrtzeit dann von der Firma weg ist ja sowieso die "normale" Arbeitszeit...die wurde eh immer bezahlt.

Ich finde das auch gut, dass die Fahrtzeit nun auch von zuhause und dann zurück gezahlt wird.

Den Kundendienst von Vaillant hatten wir auch letztes Jahr in einem Störfall schnell gebraucht, da hat es was mit der Therme gehabt. Am selben Tag ist der Techniker gekommen und hat es repariert. Das war schon fein, da es da schon sehr kalt war und ohne Heizung ist es im Winter dann doch nicht so angenehm ;)

Antworten
calcit
6
20
Lesenswert?

Aha...

...verrechnen tun die Firma dir als Kunde schon die "Anfahrt" aber dem Mitarbeiter nicht als Arbeitszeit bezahlen wollen!

Antworten
microfib
3
4
Lesenswert?

Aha

dass die Zeit, die Kundendiensttechniker für die Fahrt von der Wohnung zum ersten Kunden sowie vom letzten Kunden zurück zur Wohnung, benötigen, als Arbeitszeit zu bewerten und somit auch zu bezahlen ist. Verstanden um was es hier geht? Das sind Kundendiensttechniker, die nicht von der Firma wegfahren, sondern von zu Hause zum Kunden.
Bei Kundendiensttechnikern, die von der Firma wegfahren, wird schon immer als Arbeitszeit gerechnet.

Antworten