Zwei Jahre zuvor hat sie den Auftrag für eine Poetikvorlesung in Salzburg angenommen. Ja, gerne, ist ja noch so viel Zeit! „Ich wollte eine kluge, ernste Poetikvorlesung. Ich wollte Benjamin, Vonnegut und Woolf.“ Doch jetzt sind es nur mehr 14 Tage bis zur Deadline, der Countdown beginnt, und Barbi Marković fällt nichts ein. Da geht es ihr so wie Ferdinand Schmalz, der im Vorjahr die Eröffnungsrede zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb hielt. Geplant hatte er eine Rede, „in der vor lauter Wut die Karawanken ins Wanken kommen und der Wörthersee um Worte ringt.“ Doch dann sitzt er an seinem Schreibtisch und weiß nicht, was er schreiben soll.
Buch der Woche
Barbi Marković: Unter dem Damoklesschwert der Deadline
Kritik.
Barbi Marković schreibt in „Stehlen. Schimpfen. Spielen“ über das Schreiben – unterhaltsam, unakademisch und urkomisch.
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