Eine Mutter irrt auf einem von Leichen und Krähen bevölkerten Schlachtfeld umher, um schließlich ihre beiden toten Söhne zu finden. Schon in der als prophetischer Traum angelegten Anfangssequenz wird klar: Der verzweifelte Appell der Mutter an ihre Söhne zum Ausbrechen aus dem Teufelskreis der Gewalt wird vergeblich sein. Eineinhalb Jahre nach der umjubelten Hamburger Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs vielfach ausgezeichnetem Antike-Projekt „Anthropolis“ haben Schauspielhaus-Intendantin Andrea Vilter und Regisseurin Anne Bader den vierten Teil der Pentalogie rund um den Ödipus-Mythos und die Stadt Theben in Graz zur österreichischen Erstaufführung gebracht.