Sie hat die Bühne genutzt, um eine klare Botschaft mitzuteilen: „Wenn so viele geniale Menschen auf der ganzen Welt so etwas erfinden, muss man ja ein Pipperlhirn haben, um da dagegen zu sein“, sagte Gerti Pall Ende Dezember gegenüber der Kleinen Zeitung, als erste Steirerin, die gegen Corona geimpft wurde. Bis vor wenigen Jahren ist Pall noch auf der Bühne des Grazer Schauspielhauses gestanden, nun ist sie mit 92 Jahren verstorben.

Pall wurde 1932 in Graz geboren, mit der Liebe zum Theater wuchs sie sozusagen auf, nachdem ihre Schwester in der Schauspielschule Neuber-Gaudernak lernte. Pall lernte die Texte mit, um für die Schwester einzuspringen. Wobei ihr das Schauspiel mehr oder weniger in die Wiege gelegt wurde – als Baby in der Rolle des Jesuskindes in der Krippe. Fortan sollte sie das Theater nicht mehr loslassen. Ihr erstes Engagement an der Schauspielschule führte sie ans erste Haus am Platz, dem Grazer Schauspielhaus. In Ferdinand Raimunds „Alpenkönig und Menschenfeind“ spielte sie das Lieschen.