Lauter „altlinke ORF-Luxuspensionisten“, die ein „herbeifantasiertes Horrormärchen“ befeuern? Am Donnerstag hat ein Grüppchen ehemaliger ORF-Koryphäen um Barbara Coudenhove-Kalergi, Fritz Orter, Hannelore Veith, Raimund Löw einen Appell für die ORF-Unabhängigkeit verschickt und davor gewarnt, „die finanzielle Unabhängigkeit des ORF zu beseitigen, sein Budget radikal zu kürzen und in die Berichterstattung direkt eingreifen zu wollen.“ So drohe politische Vereinnahmung. Gelten müsse aber: „Die Basis für öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist eine möglichst klare Distanz zur Parteipolitik.“
Stimmt, auch wenn jenseits der journalistischen Arbeit – siehe Stiftungsrat, siehe Management – die „klare Distanz zur Parteipolitik“ seit jeher fragwürdig ist. Wenn nun in Reaktion auf den Appell FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker das Einstehen seiner Partei „für Presse- und Meinungsfreiheit sowie eine pluralistische Medienlandschaft“ verspricht, möchte man das gern glauben.
Medientagebuch
Dieses Versprechen in Sachen ORF-Unabhängigkeit ist genau gar nichts wert
© Karl Schöndorfer