Der nordenglische Glasfabrikant John Rutherford (Franz Solar) führt sein Unternehmen mit so harter Hand wie seine Familie. Das wird sich an beiden Fronten als zerstörerisch erweisen. Im Werk kündigt sich ein Streik unzufriedener Arbeiter an, während seine unerbittliche Herrschaft im Haus alles Leben mit Verbitterung, Depression, Apathie überzieht; die verhuschte Schwester (Olivia Grigolli) ebenso wie seine drei Kinder. Richard (Tim Breyvogel), ein Geistlicher, ist längst an den Demütigungen des Vaters zerbrochen, die vereinsamte Tochter Janet (Marielle Layher) hat unter größter Heimlichkeit eine Liebesbeziehung mit dem Verwalter Martin (Thomas Kramer) angefangen, der vorgesehene Erbe John (Mario Lopatta) hat eine Erfindung gemacht, mit der die Glasfabrik zu retten wäre – die will er dem entrüsteten Vater verkaufen, um mit Frau (Annette Holzmann) und Kind der Familienhölle zu entkommen. Am Ende wird der brüske Patriarch sie alle aus dem Haus getrieben haben und sich unverhofft einer ebenbürtig harten Verhandlerin gegenübersehen – die ungeliebte Schwiegertochter besitzt das letzte Pfand, mit dem Rutherfords Lebenswerk zu retten ist: den Enkel.
Premierenkritik Schauspielhaus Graz
„Rutherford & Sohn“: Das Gift des Vaters
Kritik.
Die österreichische Erstaufführung eines Stücks der fast vergessenen Britin Githa Sowerby erweist sich als knackige Konflikt-Revue in Sachen Patriarchat.
© Lex Karelly