Die ersten Minuten gehörten einem Abwesenden. Im Frühjahr hat eine Jury dem Dichter und Hirten Bodo Hell den Literaturpreis des Landes Steiermark zuerkannt. Seit 11. August ist er auf dem Dachstein verschollen. Schon seit den 1970er-Jahren hat Hell dort auf der Grafenbergalm jeden Sommer eine Ziegenherde gehütet. Am Samstag, zum Auftakt der Verleihung der Kunst- und Kulturpreise des Landes, wurde des Autors mit einer Lesung aus seinem „Almtagebuch“ gedacht. In den knappen Berichten von verschollenen Kälbern, von „anthropologischen Salzgurkerln“ und Aufstiegen im „wirren Gelände“ zwischen Wurzkar, Storneralm, Hüttfeld zeigte sich Hells Literatur als höchst vital: Miniaturen, in denen sich feine Beobachtung, lakonischer Humor, innovative Sprache glückhaft verbinden. Die „Kultur als lebendige Praxis“ zu feiern war dann auch das Motto, das Zeremonienmeister Georg Schütky für den Festakt ausgab.
Landeskunst- und Kulturpreise
Preise für konsequente Zeitgenossenschaft
In Mürzzuschlag wurden am Samstag die acht großen Kunst- und Kulturpreise verliehen. Ein Preisträger wurde schmerzlich vermisst.
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