Draußen am bummvollen Wiener Rathausplatz erklangen Fanfaren, auf den Bildschirmen eine Störung. Drei Menschen mit Sturmhauben im Rathaus drängten sich ins Bild, sie saßen da, rissen sich ihre Sturmhauben zu Gesicht und gaben sich zu erkennen: Es handelte sich um den neuen Festwochen-Intendanten Milo Rau, Schauspielerin Bibiana Beglau und Musiker Herwig Zamernik alias Fuzzman. „Hallo, hier spricht die freie Republik Wien, direkt aus dem Rathaus“, sagte Beglau. Und fuhr fort: „Wir kommen in Frieden“. Musik setzte ein, der Chor der Republik enterte die Bühne und die drei stürmten die Rathausstiege hinunter – mit großen, pathetischen und augenzwinkernden Gesten. Ein paar umgerannte, fingierte Beamtinnen und Beamten mit ihren Aktenordnern später, erklommen auch sie die Bühne.
Wiener Festwochen sind eröffnet
„Die Welt ist bunt und so soll sie bleiben“
Farbige Sturmhauben, ein großer Chor der Rebellion, politische Statements und eine Hymne: Herwig Zamernik alias Fuzzman, Burg-Mimin Bibiana Beglau und Festwochen-Chef Milo Rau führten durch den Auftakt, pardon Aufstand. Elfriede Jelinek verlas die erste Videobotschaft seit dem Nobelpreis.
© Günther Pichlkostner