Die Flügeldecken der Käfer schimmern, farblich sortierte Schmetterlinge liegen symmetrisch arrangiert hinter Schaukästen und präparierte bunte Vögel lagern Federkleid an Federkleid drapiert in Schubladen: Das Naturhistorische Museum in Wien ist eine Wunderkammer voller Geschichten, Kostbarkeiten, Skurrilitäten, Handwerkskunst und Forschungssensationen. Die Sammlung ist so groß, dass mitunter nicht einmal das Museum selbst den gesamten Überblick über Pflanzennamen und Co hat. Der Wiener Dokumentarfilmer Joerg Burger („Elfie Semotan – Photograper“) versucht, Licht in die Eingeweide und die mehr als 30 Millionen Objekte zu bringen, die hier im Lauf der Jahrhunderte gesammelt wurden. In seinem fantastischen Dokumentarfilm „Archiv der Zukunft“ leuchtet er jene Bereiche aus, die dem Publikum bei einem Museumsrundgang gewöhnlich verwehrt bleiben. Er zoomt auf die Archivarbeit, die historischen Objekte, die auch Aufschlüsse über die Gegenwart und Zukunft geben und die Sicherung des Materials. Die Generaldirektorin der zweitgrößten Forschungseinrichtung des Landes, Katrin Vohland, fasst zusammen: „Wir machen Grundlagenforschung für all das, was draußen und auch im Welltall vorhanden ist.“ Wer zuschaut, erhält auch einen kurzweiligen Crashkurs in die Notwendigkeit von Grundlagenforschung und den Wert von Bio-Diversität-Archiven, mit denen, so formuliert es ein Experte, Zeitreisen möglich wären.