DiskussionsreiheGriechenlands Ex-Minister Varoufakis beim steirischen herbst

Der steirische herbst mutiert zu Paranoia TV. In der Reihe „Ideen“ wird die Website des Festivals zum Diskurs- und Kunstsender.

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Yanis Varoufakis war 2015 Finanzminister in Griechenland © AP
 

Heute startet die 53. Ausgabe des steirischen herbst, der die Corona-Vorgaben zum Anlass nahm, das Programm zum beträchtlichen Teil ins Digitale zu verlagern und sich als „TV-Sender“ neuzuerfinden. Das Festivalzentrum des herbst ist zugleich „Sendezentrale“ von Paranoia TV, untergebracht in der Grazer Herrengasse 26, in neuerdings leer stehenden Räumlichkeiten mit Geschichte. Hier befand sich einst ein 1938 zwangsarisiertes Geschäftslokal.

Der steirische Historiker Heimo Halbrainer und die deutsche Film-Essayistin Hito Steyerl diskutierten an diesem Ort über „Spuren der Gewaltherrschaft“ und besprechen auch die jüngst wieder entfachte Debatte über den Bildersturm, der sich gegen nicht mehr zeitgemäße Denkmäler richtet. Dieses Gespräch am 1. Oktober wird natürlich live online gestreamt, Paranoia TV fungiert während der Festivalwochen gewissermaßen als Diskurssender mit regionaler, steirischer Anbindung.
Besonders im Blickpunkt der Reihe „Ideen“ geraten Kolonialismus, Kapitalismus, Identitätspolitik und alles dazwischen. Am 17. Oktober (18 Uhr) sendet man gewissermaßen ein Gipfelgespräch: Achille Mbembe aus Kamerun, derzeit der bedeutendste Denker zu Rassismus und Postkolonialismu,s unterhält sich mit dem Weltmeister des gesellschaftspolitischen Theaters Milo Rau über die „Paranoia der westlichen Welt“.

Rau und Steyerl sind neben dem kroatischen Philosophen Srecko Horvat Leitfiguren der „Ideen“-Schiene, die jeweils mehrfach in Erscheinung treten. Ab heute ist ein Stream abrufbar, in dem Horvat mit dem ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis spricht. Die beiden haben bekanntlich vor einiger Zeit die alternative politische Bewegung DiEM25 gegründet.'

Wie es mit der von der Rechten geschürten Paranoia ausschaut und ob sich linke Identitätspolitik endgültig als Sackgasse erwiesen hat, darüber diskutiert Milo Rau mit dem Philosophen Robert Pfaller und der Politologin Natascha Strobl am 28. 9. (18 Uhr). Eva Illouz, Mark Waschke, Mark Terkessidis, Ece Temelkuran und viele weitere illustre Intellektuelle sind zu „Ideen“ eingeladen, daneben geht es aber auch um Kunst im engeren Sinn. Am 27. September findet etwa ein aus dem Kunsthaus Graz gestreamte performative Talkshow mit einem sprechenden Klavier sowie Gästen wie Peter Ablinger, Winfried Ritsch und – last, but not least – Bill Fontana statt.
www.paranoia.tv.com

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Ex Griechenland Minister

Und in Zeiten wie diesen zahlt der Steuerzahler diesen Selbstdarsteller?