Lässt man einmal die schrille Glitzerwelt beiseite, die ohnehin genug dunkle Schatten wirft, dann bleibt eine Erzählung im Biopic „Jennifer Lopez: Halbzeit“ dröhnend im Raum stehen. Es ist Ben Affleck, der einen Dialog mit Jennifer Lopez wiedergibt und der sich auf ihre permanente Verunglimpfung im Netz, in Klatschblättern und in Talkshows bezieht und die dabei eine ganze Reihe von Rassismen abspulen: J.Lo, die Latina, die mit den vielen Typen und dem runden Hintern. Die, die immer in Liebeskomödien spielt und, äh, kann die überhaupt singen? Ben Affleck fragt sie also: „Stört dich das nicht? Und sie sagt: Ich bin Latina und eine Frau, das war zu erwarten. Du rechnest nicht mit so etwas, du erwartest, fair behandelt zu werden.“
Man braucht kein Mitleid mit Jennifer Lopez zu haben, das ist nicht die Intention der Doku. Sie ist ein Weltstar mit einem enormen Einflussradar – als sie vor mehr als 20 Jahren bei den Grammys das heute als „Dschungel-Kleid“ bekannte Versace-Outfit trug, war das die Initialzündung für Google, Suchergebnisse nicht nur als Text, sondern auch als Bild zu zeigen. Zu viele wollten dieses Kleid sehen, aber Google konnte nicht liefern. Aber sonst dann doch viel: 1.500.000.000 Ergebnisse spuckt die Suchmaschine aus, wenn man ihren Namen sucht.
Netflix-Doku über Jennifer Lopez
Jenny from the Block entdeckt die Aktivistin in sich
Die Netflix-Doku „Jennifer Lopez: Halbzeit“ ist ein Starporträt, das klassisch daherkommt, aber doch Einblicke abseits der Klischees gibt.
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