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Fordern Fixkosten und FahrplanClubbetreiber befürchten "Massensterben" der Clubs

Die Vienna Club Commission schlägt Alarm und fordert Planungssicherheit und eine Übernahme von 100 Prozent der Fixkosten.

Das Fluc in Wien
Das Fluc in Wien © (c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)
 

Die Coronakrise könnte das Aus für viele Wiener Clubs bedeuten. Bei einer Pressekonferenz der Vienna Club Commission am Dienstag schlugen mehrere Betreiber Alarm. Sie bekräftigten ihre Forderung nach einer Übernahme von 100 Prozent der Fixkosten und forderten Planungssicherheit. Derzeit werden maximal 75 Prozent der Fixkosten abgedeckt. Seit viereinhalb Monaten sind Wiens Clubs wegen der Coronakrise geschlossen oder haben nur sehr eingeschränkt geöffnet. "Die Boxen sind still", sagte Stefan Niederwieser von der Vienna Club Commission. Noch sei keinerlei Öffnung in Sicht. Die Situation sei "dramatisch" und "existenzbedrohend". Vielen werde "die Luft ausgehen", warnte er.

"Wir waren die erste Branche, die von der Schließung betroffen war, und wir werden die Letzten sein, die wieder aufsperren", prophezeite Gregor Imhof vom Sass Music Club am Karlsplatz. "Wir brauchen Planungssicherheit", forderte er. Zuletzt war die in Aussicht gestellte Lockerung für die Nachtgastronomie und eine Verlängerung der Sperrstunde bis 4.00 Uhr ab 1. August verschoben worden. Seither habe man nichts mehr gehört, klagte Imhof.

"Sperren wir heuer noch einmal auf oder nicht?"

"Ich halte es für eine Sauerei, dass wir fast fünf Monate auf eine Ansage warten müssen", sagte Stefan Stürzer. "Sperren wir heuer noch einmal auf oder nicht und wir bekommen einen Fixkostenzuschuss von 100 Prozent?", so Stürzer, Direktor des Werk, dessen Fixkosten monatlich bei rund 15.000 Euro liegen. "So wie es jetzt ausschaut, stehen wir wirklich vor einem Massensterben der Clubs", sagte er.

Martin Wagner, Betreiber des Fluc
Martin Wagner, Betreiber des Fluc Foto © (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Auch Martin Wagner, Betreiber des Fluc, in dem die Pressekonferenz stattfand, berichtete, dass die derzeitigen Umstände eine "größere Katastrophe" für das Fluc bedeuteten. Zwar kann derzeit zumindest der kleine Gastgarten bespielt werden, Wagner fürchtet aber den Herbst. "Wenn wir im Herbst keinen Garten haben, gehen wir in die nächste exponentielle Steigerung unserer Schulden und dann wird es wirklich eng", sagte Wagner, der bereits privates Geld in den Club gesteckt hat.

Er wünschte sich außerdem, dass die Clubs in die Überlegungen der Stadt zu Festivals, wie dem Kultursommer oder den Festwochen, einbezogen werden. Solche Veranstaltungen könnten auch in den Clubs stattfinden. "Das muss nicht nur Clubkultur sein. Es wäre wichtig, in alle Richtungen zu denken", sagte Wagner.

"Das Überleben der Clubs ist auch für uns überlebenswichtig", betonte Linda Schürer-Waldheim vom Konzertveranstalter Arcadia Live. Rund 300 bis 400 Shows veranstaltet Arcadia Live pro Jahr in Österreich. 2019 fanden laut Schürer-Waldheim zwei Drittel davon in Wien statt und wiederum 62 Prozent davon in den Clubs.

Die Wiener Clubkultur sei auch im internationalen Vergleich sehr gut, sagte Eventveranstalterin Katja Pandora. Und Clubs seien nicht einfach austauschbar. "Da steckt eine Vision, eine Leidenschaft und viel Erfahrung dahinter", betonte sie. Laut Recherchen der Vienna Club Commission gibt es in Wien rund 360 Musikspielstätten, davon 98 Orte für Clubkultur im engeren Sinn.

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