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Pop in der Steiermark 1900 bis 2000Blühende Nischen der Neunziger

Nach den Austropop-Erfolgen werkte der steirische Pop eher im Verborgenen. Dort aber umso lebendiger.

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"Leben" mit Romeo Ried © Privatbesitz Ried
 

Die Achtziger und ihre Austropop-Erfolge waren verklungen, die Neunziger brachten fundamentale Änderungen in der Popwelt. Die Steiermark war naturgemäß auch davon betroffen. Mitte des Jahrzehnts wurde Ö3 zu einem Formatradio umgebaut, in dem heimische Musik nur mehr eine untergeordnete Rolle spielte. Zahlreiche der damals aktiven Musiker machen diese Änderung für den Niedergang der österreichischen Popmusik verantwortlich. Und hegen bis heute einen Groll ob dieses medienpolitischen Einschnitts.


Ein Niedergang war es nur, was die Popularität betraf. In den Nischen, im Sub- und Underground blühte die Musik weiter. Die neuen Produktionstechniken und der erheblich erleichterte Zugang zu internationaler Musik verwandelte die Szene noch einmal gründlich. Das Label Tonto brannte seine CDs, um alle Spielarten von avantgardistischem Pop zu verbreiten, diverse Bands wie Sans Secours, Pure Laine oder die Orange Baboons wurden zu regionalen Größen, der Computer ermöglichte Einzelnen, Musik zu machen, und in den späten Neunzigern tauchte schließlich das Internet auf.

Das große Geld machte niemand, man kultivierte eine stolze Indie-Haltung. Der Spartenkanal FM 4 nahm den Sendebetrieb auf und übernahm die Funktion von Ö3, inzwischen Massensender. Eine Änderung, die den Wandel gut illustriert: Kunst und Kultur verzogen sich in Nischen. Immer mehr spannende Musik wurde gemacht, die allerdings von immer weniger Leuten registriert worden ist. Ein Phänomen, das übrigens bis heute anhält.

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