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Pop in der Steiermark 1900 bis 2000Die Grazerin, die den Song Contest gewann

Rockmusik als Bubensache: Das wirkt bis heute nach. In der Steiermark rücken Frauen erst spät ans Mikro nach. Doch einige von ihnen feiern große Erfolge.

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Getty Kaspers, 1966 am Grazer Schloßberg © unbekannt
 

Keine Musik behauptet so energisch ihr emanzipatorisches Potenzial wie die Rockmusik. Völlig zu Recht und gleichzeitig völlig zu Unrecht. Denn das Vehikel Rockmusik, mit dem die Gesellschaft ihrer vermeintlichen Befreiung entgegenfuhr, wies den Frauen den Platz am Sozius zu. In der popmusikalischen Provinz Steiermark, wo die neue Musik einer sich befreienden Jugend naturgemäß ohnehin mit Verspätung angekommen war, brauchte es eine gefühlte Ewigkeit, bis auch Frauen auf die Bühne nachdrängten.

Musyl & Joseppa, um 1975 Foto © Privatbesitz Paul Musyl
Erst in den Siebzigern machten sich die weiblichen Stimmen bemerkbar: Joseppa Musyl in ihrer Band mit Paul Musyl, die ihr berühmtes „Ein Freund ging nach Amerika“ sang, und die geborene Kapfenbergerin Goldie Ens (bürgerlich: Ursula Polster), der einige Diskoschlager gelangen.
Und es taucht eine blonde Frau aus Maria Lankowitz auf, eine Reibeisenstimme, die später fix zum Austropop-Wunder gehörte: Stefanie Werger.
Privatbesitz Stefanie Werger
Stefanie Werger und die Strangers, 70er-Jahre © Privatbesitz Stefanie Werger

Fast unbekannt ist die Geschichte von Getty Kaspers. Die 1948 in Graz geborene Sängerin wuchs in Weiz auf und zog dann in die Heimat ihrer holländischen Mutter. Schon in der Steiermark war sie mit ihrer Band auf der Bühne gestanden.
Getty Kaspers mit Fipsband, Schlagerwettbewerb Weiz, 1967 Foto © Wolfgang Gorkiewicz
In Holland trat sie der Gruppe Teach-In bei. 1975 gewann sie mit Teach-In sogar den Eurovision Songcontest. Der schwungvolle Song "Ding-A-Dong" war der Siegertitel beim ESC in Schweden. Dass im Jahr davor ABBA den Sieg geholt hatten, merkt man am Outfit der niederländischen Band.

Kaspers, Joseppa, Werger, Goldie Ens blieben Einzelfälle. Erst in den Achtzigern kommen Frauen verstärkt aktiv zur Popmusik. In der alternativen Szene, die damals förmlich explodierte, fanden sich verhältnismäßig viele Frauen wieder, wobei die weibliche Präsenz im Pop-Musikleben bis heute immer noch zu wünschen übrig lässt.

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