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Geburtstag

Die "schwarze Venus": Grace Bumbry wird 80

Als erste dunkelhäutige Sängerin im Bayreuther "Tannhäiser" ersang sich Grace Bumbry den Spitznamen "schwarze Venus". Die US-Amerikanerin, die in Salzburg lebt, feiert heute ihren 80. Geburtstag.

Eine Legende feiert heute ihren 80. Geburtstag: Grace Bumbry © ORF
 

Sie war im Weißen Haus zu Gast, sang auf den großen Bühnen der Welt und war eine der letzten echten Operndiven. Grace Bumbry, die am Mittwoch (4. Jänner) ihren 80. Geburtstag feiert, wurde spätestens am 23. Juli 1961 in der Welt der Klassik zu einer Ausnahmeerscheinung, als sie auf Einladung von Wieland Wagner als erste dunkelhäutige Sängerin in Bayreuth die "Venus" im "Tannhäuser" sang.

Eine dunkelhäutige Frau statt einer germanisch-blonden Erscheinung? Manche Wagnerianer störten sich daran, aber am Ende der Vorstellung gab es für die Mezzosopranistin vom Festspielpublikum 30-minütige Ovationen. Fortan hatte sie ihren Stempel: "die schwarze Venus".

Am Anfang war der Kirchenchor

Geboren wurde Bumbry in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri geboren. Ihre Mutter war Lehrerin, ihr Vater Frachtgutmanager. Musik spielte im Elternhaus eine große Rolle. Ihre beiden Brüder und sie waren im Kirchenchor. Ein Chorleiter ermunterte sie, ihre Stimme zu schulen. Bumbry gewann den Gesangswettbewerb eines örtlichen Radiosenders. Stipendien ermöglichten ihr eine erstklassige Ausbildung als Sängerin.

 

1959 gab Bumbry in London ihr erstes Konzert in Europa. Ihr Operndebüt als Amneris in Verdis "Aida" 1960 in Paris war umjubelt. Es folgten Auftritte bei den Salzburger Festspielen, in Hamburg, in Tokio, an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala und immer wieder in London. Ihre Paraderollen waren die Salome in Strauss' gleichnamiger Oper, "Lady Macbeth", "Aida" oder als Prinzessin Eboli in "Don Carlos".

2013: erstes Comeback an der Staatsoper Wien

Und auch nach dem Ende der großen Opernkarriere blieb Bumbry aktiv und stellte Mitte der 90er-Jahre mit 26 Sängerinnen eine Gospel-Show auf die Beine, die jedoch bei Kritik und Publikum nicht ungeteilt positiv aufgenommen wurde. Nachdem sie eigentlich 1997 ihren Abschied von der Opernbühne in Paris begangen hatte, kehrte die leidenschaftliche Sängerin bald für ausgewählte Projekte zurück. So war sie etwa 2013 als Gräfin in Tschaikowskys "Pique Dame" an der Wiener Staatsoper zu hören.

Heute lebt Bumbry in Salzburg und widmete sich zuletzt noch der Ausbildung von handverlesenem Nachwuchs unter anderem am Mozarteum. Zugleich 2009 gründete sie eine eigene Gesangsakademie in Berlin.

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