In den ersten Minuten wird das Grusel-Empfinden kalibriert. Ausgangspunkt: Ein junges Paar radelt über den Forstweg durch den dunklen Wald. Die Steigerungsstufe: Gruselige Schreie erklingen in der schwarzen Nacht. Das Unvermeidliche: Die Jugendlichen laufen justament in die Dunkelheit und stolpern über eine Leiche – oder war es doch keine?

Brix (Wolfram Koch) und Janneke (Margarita Broich) sind in einer Situation, in der kein Ermittler sein will: Sie fragen sich, ob sie gerade auf der falschen Feier sind oder doch nur auf der falschen Fährte. Letztere führt die Kommissare zu den Gombrechts (ganz stark: Uwe Preuss als Familienoberhaupt) und jetzt fängt das Gruseln richtig an: Eskalationsstufe Vorzeigefamilie.

Der Frankfurt-"Tatort" ist ohne Glamour und eine Antithese zur Aufgeregtheit anderer Schauplätze. Das ist nicht neu. Aber wie Janneke und Brix diesmal den Bogen überspannen, indem sie ihn ganz locker lassen, hat Stil: Zwischen Plattitüden ("Weil nicht sein kann, was nicht sein darf") entsteht beste Krimikost, die bis zum Ende spannend bleibt.

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