Start in neue SaisonDer „Bergdoktor“ und was ein echter Doktor davon hält

Nie war die Serie mit Hans Sigl erfolgreicher: Vor dem Start in eine neue Saison widmet sich „Thema“ am Montag in ORF 2 dem „Bergdoktor“.

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Hans Sigl
So fing es an: Hans Sigl am Beginn seiner "Bergdoktor"-Zeit 2007. © AP
 

Wäre es nach seiner Agentin gegangen, hätte Hans Sigl (52) die Rolle als „Bergdoktor“ nicht angenommen. Sie hatte dem Schauspieler davon abgeraten, ihn nicht in dieser Figur gesehen und andere, seriösere Pläne für den gebürtigen Steirer. Doch Sigl hatte Gefallen an der Vorstellung gefunden, bei der Neuauflage der angestaubten Sat.1-Serie aus den 90ern dabei zu sein und auszuloten, ob der „Bergdoktor“ mehr sein kann, als ein notorisch tragisches Postkartenidyll mit einem Arzt im Mittelpunkt.

15 Jahre später ist die Serie eine der erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum. Im Vergleich zu anderen Produktionen gewinnt der „Bergdoktor“ mit dem Alter sogar noch an Fahrt: Die 14. Staffel 2021 war mit im Schnitt 960.000 ORF-Zuschauern die mit Abstand reichweitenstärkste der Sendungsgeschichte. Die Rezeptur: Berechenbare und dabei hochdramatische Drehbücher, die verlässlich Diskurse einfließen lassen, die weit über die Wohlfühlzonen des Heimatfilm-Genres hinausreichen. Zugleich ist das Leben des von Hans Sigl gespielten Martin Gruber herrlich profan: Weil er in seinem Fernsehleben nicht nur die Anne, sondern auch Franziska, Andrea oder Lena mochte, überwiegen beim „Bergdoktor“ die zwischenmenschlichen Dramen meist die medizinischen. Schwangere Ex-Freundinnen und eine darüber wenig erfreute Verlobte sind die Folge. Auch davon erzählt die neue Staffel.

Den Auftakt in eine neue „Bergdoktor“-Saison macht auch heuer eine Episode in Spielfilmlänge. Die Gruber-Brüder sind am Mittwoch gefragt, wenn ein Ex-Skistar verunglückt und geborgen werden muss. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Tochter der Verunglückten, die achtjährige Flora (Yuna Bennett), die sich nur durch Gesten mitteilen kann. Martin Gruber findet heraus, dass sie an einer rätselhaften Form von Mutismus leidet.

Apropos Mutismus: „Diese ungewöhnlichen Fälle, die der Bergdoktor ständig löst, das ist schon sensationell“, erklärt heute Markus Reichkendler in „Thema“ (ORF 2, 21.10 Uhr) mit Augenzwinkern. Der Primarius der Klinik Schwaz – ein „Bergdoktor“-Schauplatz – ist einer von mehreren Medizinern, die die Serie auf ihren Realitätsgehalt überprüfen. „Pro Folge ein Patient – wenn ich so arbeiten würde, müsste ich die Ordination bald zusperren“, sagt etwa Lorenz Steinwender – er ist als Allgemeinmediziner in Ellmau der echte Bergdoktor.

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