ARD-Serie "Ein Hauch von Amerika": Wenn zwei Kulturen aufeinander prallen

Die sechsteilige ARD-Serie "Ein Hauch von Amerika" erzählt vom Nachkriegsdeutschland, in dem die Amerikaner den Ton angeben. Im fiktiven Ort Kaltenbach treffen Alt-Nazis, junge deutsche Mädchen und GIs aufeinander - das sorgt für jede Menge Konfliktstoff.

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Marie (Elisa Schlott) tanzt mit George (Reomy D Mpeho) © ARD
 

Hunderttausende US-Soldaten wurden Anfang der 1950er-Jahre in der pfälzischen Pfalz stationiert. Im fiktiven Ort Kaltenbach prallten Welten aufeinander: Die Deutschen mussten sich mit dem Kriegsgegner arrangieren, Alt-Nazis treffen auf ehemalige Feinde, junge Frauen wollen ausbrechen und sehen in den US-Soldaten potenzielle Ehemänner, während die vor allem Spaß haben wollen. Die sechsteilige ARD-Serie "Ein Hauch von Amerika" erzählt vom Nachkriegsdeutschland, in dem die Amerikaner den Ton angeben.

Der Bürgermeister, vor kurzem noch ein Nazi, will nun vor allem Geschäfte mit den Amerikanern machen, denn „der Amerikaner bringt Geld in die Gemeinde.“ Gespielt wird er von Dietmar Bär: „Menschen wie ihn gab es in dieser Generation ja viele – Leute, die unter den Nazis Mitläufer und auch Profiteure waren und sich dann aber auch sofort in den neuen Verhältnissen komfortabel eingerichtet haben.“ Sich komfortabel in einem Leben mit einem US-Soldaten einrichten, das wünscht sich auch seine Tochter Erika (Franziska Brandmeier), die allerdings auf die harte Tour lernen muss, dass die so netten GIs manchmal ganz und gar nicht nett sind.  

Zur Serie

"Ein Hauch von Amerika". Zu sehen Mittwoch, 1. Dezember, Samstag, 4. Dezember und Mittwoch, 8. Dezember 2021 in jeweils zwei Folgen à 45 Minuten ab 20:15 Uhr. Die Serie ist von Österreich aus in der Mediathek aufgrund von Geoblocking nicht abrufbar. 

Vor allem geht es aber um die junge Bauerntochter Marie (Elisa Schlott), die eine Anstellung als Hausmädchen bei einem Colonel (Philippe Brenninkmeyer) und dessen Frau Amy (Julia Koschitz) bekommt. Dort lernt Marie, deren Verlobter seit sechs Jahren vermisst wird, ein Leben mit Biedermeier-Vasen und Bildern von Franz Marc, mit Kühlschrank und Dusche im Haus kennen. Aber dann verliebt sie sich in den schwarzen Soldaten George (Reomy D Mpeho) - die Probleme sind vorprogrammiert und vielfältig. Unter anderem ist Rassismus ein großes Thema in der US-Armee bis hin zur Feststellung: „Weißes Fleisch ist nichts für Neger!“  Und dann kommt der verschollene Verlobte aus der Kriegsgefangenschaft zurück und die Dinge werden noch komplizierter.

Die Mini-Serie erzählt ein Stück historischer Geschichte, das man so vermutlich noch nicht gesehen hat:  das Aufeinanderprallen der Kulturen, die Sehnsucht nach der schönen, neuen Welt, die Folgen dieser Sehnsucht, die Angst vor der Zukunft, die Kriegstraumata und die wenig verheilten Wunden. Sechs emotionale Folgen mit starken Schauspielern. Eine Serie mit Nachhall.

 

 

 

 

 

Kommentare (1)
kukuro05
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Lesenswert?

Was für ein wunderschönes und wichtiges Filmerlebnis!!!

Ich war begeistert! Und selten aber doch: am Ende kamen mir die Tränen!