Kritik am ORF "Licht ins Dunkel"-Gala: ÖVP-Gemeinderat zeigt Politiker an

Die "Licht ins Dunkel"-Gala mit Auftritten von Politikern und Showeinlagen stieß vergangene Woche auf heftige Kritik. Nun hat ein niederösterreichischer Anwalt Anzeige erstattet.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde angezeigt
Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde angezeigt © (c) ORF (Roman Zach-Kiesling)
 

Kein Abstand, keine Masken und Gerüchte um eine etwaige Aftershowparty: Die "Licht ins Dunkel"-Gala vom vergangenen Mittwoch hat ein juristisches Nachspiel. Wie der "Kurier" berichtet, hat ein ÖVP-Gemeinderat aus Sollenau und Rechtsanwalt mehrere Politiker wegen Verwaltungsübertretung angezeigt. Betroffen sind neben dem Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen auch Kanzler Alexander Schallenberg, Vizekanzler Werner Kogler sowie Arbeitsminister Martin Kocher, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und die Verfassungsministerin Karoline Edtstadler.

Der Rechtsanwalt Stefan Danzinger ortet Verstöße gegen die 5. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung sowie das COVID-19-Maßnahmengesetz und ersucht die Magistratsabteilung zur Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens. Danzinger argumentiert in seiner Sachverhaltsdarstellung, dass der "klatschende, tanzende und singende Auftritt bei einer Spendengala" weder unaufschiebbar noch zur Aufrechterhaltung der beruflichen Tätigkeit erforderlich sei und damit von den Lockdown-Ausnahmen nicht gedeckt sei.

"Ob dadurch der angestrebte Zweck, die Menschen zu mehr Spenden zu animieren erreicht wurde, darf aufgrund der derzeitigen Beliebtheitswerte stark angezweifelt werden. Alleine die kritische Berichterstattung und die empörten Reaktionen der Bevölkerung zeigen ganz deutlich, dass hier kein höherer (beruflicher) Zweck erfüllt wurde. Die Annahme von Spendenanrufen hätte ohne weiteres auch im Homeoffice erfolgen können. Keinesfalls beruflich notwendig sind Live-Gesangsdarbietungen vor Publikum oder die gesellschaftliche Konsumation von Alkohol", so Danzinger.

Bei der FPÖ sorgte diese Anzeige für Schadenfreude: "Wenn schon einem ÖVP-Gemeinderat der Kragen platzt, wenn er Schallenberg & Co mitten im Lockdown in Partylaune sehen muss, dann ist wohl allen klar, wie skandalös dieser Auftritt der Regierungsspitze war", kommentierte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz das "friendly fire" durch den ÖVP-Gemeinderat. "Die Menschen zuhause einsperren und gleichzeitig beim ORF 'Champagnisieren', das geht sich moralisch einfach nicht aus. Das erkennt nun auch immer mehr die Parteibasis der ÖVP und setzt juristische Schritte, wofür wir uns sehr herzlich bedanken."

Keine Masken, kein Sicherheitsabstand bei der Gala, während der Rest des Landes mit Einschränkungen leben muss. So lautet die Hauptkritik an der Veranstaltung vor allem in den sozialen Medien, aber auch von den politischen Kommentatoren.

Der ORF begründete die Aktivitäten bei der "Licht ins Dunkel"-Gala damit, dass es sich dabei um eine TV-Produktion und nicht um eine Veranstaltung gehandelt habe. TV-Produktionen dürften auch im Lockdown durchgeführt werden. Die Gäste - hochrangige Politikerinnen und Politiker wie Prominente - seien keine Gäste im eigentlichen Sinn gewesen, sondern Mitwirkende an der Gala, die im Laufe des Abends auch Spenden an den Telefonen entgegengenommen haben. "In dieser Funktion waren sie Teil der Produktion und somit ausgangsberechtigt. Die anwesenden Politikerinnen und Politiker nahmen in ihrer beruflichen Funktion an der TV-Produktion teil." Zudem seien sämtliche Mitwirkende "selbstverständlich" 2G überprüft und tagesaktuell getestet gewesen.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

petrbaur
1
3
Lesenswert?

Eine farce die ihresgleichen sucht

Warum funktioniert sowas unter einhaltung der 2 g regel und restaurants bars und clubs müssen wieder mal um ihre exsistenz bangen? Was bringen abstandsregelen bei so einer, Inszenierung ? Die herrschaften waren alle im selben raum und alle haben die selbe luft geathmet.. und be der menge von gästen sind dem netten virus die 2m, die sowieso nocht eingehalten wurden, recht herzlichst wurscht.. jedem von den herrschaften hätte klar sein müssen was für ein bild das diese gala für den zuschauer zeichnet.. eines in dem ich seh wie sich die herrn die uns zuhause einsperren locker flockig a gaudi machen.. ich bin geimpft und hab die maßnahmen immer mit eigenwillen und der rücksicht auf andere mitgetragen, aber jetzt reichts sogar mir.. deutlicher hätte man uns nicht zeigen können wer die 2 te klasse der gesllschaft ist, und das sind nicht die ungeimpften!

susa18
8
27
Lesenswert?

Große Aufregung.

Aber jetzt könnte zum Artilel über die Aufmärsche in Gleisdorf gewechselt werden. Da marschieren zweimal wöchentlich Impfgegner gemeinsam mit Rechten und Identitären. Ungestraft.

lieschenmueller
4
11
Lesenswert?

Das mit dem Bürgermeister dort, der bedroht wurde und das Geschäft seiner Frau "belästigt",

las man hier rein im Bezirksteil. Südoststeiermark, wenn ich mich nicht irre. Ich kam erst durch den Link im Artikel über die Demo heute (oder gestern?) dorthin.

Vor Tagen in ziemlicher Aufmachung aber im Lachsfarbenen.

Warum das hier in der Kleinen Zeitung für den Rest der Leser ziemlich stiefkindlich behandelt wurde, wundert schon.

stadtkater
11
7
Lesenswert?

Der ORF wird jahrelang Prozesse führen

bis zur letzten Instanz: Woher hat der bloß das Geld dafür?

Irgendeiner
6
13
Lesenswert?

Naja,Tatsache ist,daß sowas die Compliance im Lockdown weiter demoliert,

Tatsache ist, daß ein Studienabbrecher schon vorher mal im Freien keine Maske trug und das auch noch präpotent herausstrich,,Walsertal, und in St.Pölten bei der Beweihräucherungsshow auch indoor nicht,wir tanzen im Aerosol,so demoliert man Glaubwürdigkeit und das setzt sich hier fort.Und zumindest die,die die Pandemie politisch abzuwehren hätten, vdB repräsentiert hier nur und muß die Überlegung nicht unbedingt haben wenn alle nackt sind,schöner wärs auch gewesen,die also die anderen Maßnahmen umzuhängenhaben hätten soviel Hausverstand haben müssen, daß das ebendiese Sache unterläuft und die Türkisen haben den Lockdown schon behindert und er wurde zu spät gemacht.Ob die Klage das Mittel der Wahl ist,naja,da bin ich unsicher,aber irgendwann muß man anfangen zur Ordnung zu rufen,der schwarze Lokalmandatar und Anwalt jedenfalls,der hat Mumm,endlich mal einer mit Rückgrat dort.

Charly911
27
27
Lesenswert?

Unser oberster Kommandant Herr VdB

Hat nicht das geringste Fingerspitzengefühl für sein Verhalten. Ein super Vorbild für uns. Ich würde in Pension gehen, wenn ich soweit wie VdB währe.

KomerickiDieter
6
19
Lesenswert?

Charly911

Bei hitzigen Debatten kann man generell bei „währe“ das „h“ weglassen😂😂😉

HEGL
15
29
Lesenswert?

Der ORF wird es schon richten

Wie abgehoben unsere Politiker sind, das ist allgemein bekannt. Der Fehl-(auf)tritt wird vom ORF sicherlich juristisch glattgebügelt. Man scheut sich sogar davor, eine Entschuldigung auszusprechen. Dies würde ja zeigen, daß man einen fehler gemacht hat.

mobile49
16
40
Lesenswert?

owa sunst hama kane sorgn

manchmal meint man , es ginge nicht mehr lächerlicher - weit gefehlt -

es geht !

Zaebos
15
21
Lesenswert?

Was meinst du?

Wenns einen FPÖler betreffen würde, wäre der Aufschrei gewaltig(er). So heißts "owa sunst hama kane sorgn". Wahnsinn, dass du für deinen Kommentar noch 24+ Likes bekommst. Kannst gleich beim ORF nachfragen, ob sie dich zum Feiern deines Erfolgs einladen. Wie hier auf einmal verharmlost wird, das ist eine Sauerei.

mobile49
4
4
Lesenswert?

@Zaebos

es macht doch wohl einen großen unterschied aus >
ob man mehrfach geimpft + frisch getestet ist und sich in einer "blase" befindet , in der jede person bekannt ist , oder ob sich viele leute treffen , die ungeimpft + meist ungetestet sind und vor allem das contact-tracing unmöglich ist !
ein bisserl mitdenken wäre von immensem vorteil
punkt

deCamps
21
20
Lesenswert?

Paßt doch zusammen, die österreichische Politik und ihre Bürger.

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges wurde 1939 auf Befehl der Reichsregierung im inzwischen von Deutschland besetzten Österreich ein letzter Opernball abgehalten.
.
Lächerlichkeit, was hier für ein hysterisches Aufsehen veranstaltet wird. Wie alle unsere Gesellschaftspolitik. Typisch österreichisch. Über die Anzeiger und ihren persönlichen und parteilichen Geltungs- und Selbstdarstellungsdrang muss man nicht reüssieren.
.
Dass vergleichsweise tausende Treffen ohne Einhaltung der gesetzlichen Auflagen 2021 österreichweit stattgefunden und stattfinden, möchte man nicht sprechen. Siehe u.a. Versammlung in Kärnten. Die Fotos zeigen eine klare Sprache, nicht von einer Handvoll wie im ORF, sondern tausenden Menschen. Typisch österreichisch.

Landbomeranze
11
15
Lesenswert?

Wenn die, die uns täglich mit Verhaltensregeln konfrontieren,

diese aber schon überhaupt nicht einhalten, dann finde ich die Anzeige richtig. Der ORF als Veranstalter wird hoffentlich auch ordentlich zur Kasse gebeten. Die unabhängige Gerichtsbarkeit wird entscheiden. Schau ma mal!

Landbomeranze
3
11
Lesenswert?

Übrigens ich bin zwei Mal geimpft,

nächste Woche werden es drei Mal sein. Ich trage Maske, wenn ich andere Räumlichkeiten betrete und ich teste trotzdem ein Mal/Woche aber halt nur mit einem Antigentest.

deCamps
9
17
Lesenswert?

Denn von wo gibt es seit Monaten diese Infektionszahlen?

Gott, wie erbärmlich diese Verhaltens- und Handlungsweisen. Der Österreicher war und ist noch immer einer der größten Denunzianten weltweit.

PACA01
19
39
Lesenswert?

Sauerei

Die Politiker, inklusive der Bundespräsident, waren anwesend. In dieser Zeit, für mich unverständlich. Die Normalsterblichen sperrt man ein, aber die unfähigen Politiker feiern - sehr schlechte Vorbilder, wobei ich feststellen muß, dass kein Politiker ein Vorbild für mich ist.
Anton Pacher aus Klagenfurt am Wörthersee

andy379
2
17
Lesenswert?

Dass ein ÖVP - Gemeinderat die ÖVP - Führer anzeigt,

hätte es unter S. K. nie gegeben.

markus144
29
25
Lesenswert?

Die Impfung bringt die Freiheit...

Naja zumindest den Politikern, dann sind wir fertig. Als Teil des Pöbels wirst weiterhin eingesperrt.
Motiviert mich dann auch ungemein mir noch den 3. Stich zu holen...

susa18
16
40
Lesenswert?

Sie hätten es ja bloß als Demonstration anmelden müssen.

Dann hätten diejenigen, die sich hier kleingeistig und kleinkariert geben, vielleicht sogar gespendet. Schon erstaunlich, was man in Zeiten einer Pandemie alles über das eigene Land lernt.
Wer mit Rechten und Identitären und "Charlys" lautstark durch die Städte zieht, geht straffrei, wer - 2G+ - Spenden sammelt, wird angezeigt. Tu felix Austria war einmal.

markus144
23
19
Lesenswert?

Die Demos...

sind aber seitens der Politik erlaubt und das Nicht Tragen von Masken wird dort, so weit es möglich ist auch gestraft.
Ich finde es nicht gut, dass man ausgerechnet jetzt demonstrieren gehen muss, aber das hat halt gar nichts mit diesem Thema zu tun und nicht mehr als eine Ablenkung.
Die Politiker, die uns einsperren, obwohl versprochen wurde, dass für Geimpfte die Pandemie vorbei ist, feiern lustig im ORF und wir dürfen zu hause hocken und zuschauen. Erinnert mich an Nordkorea, wo das Michelin Männchen dazu aufruft weniger zu essen...

Landbomeranze
3
8
Lesenswert?

und die, die uns täglich mehrmals mit

Coronazahlen und Verstößen konfrontieren, treten als Veranstalter auf. Das ist zumindest die gleich große Schweinerei wie das Verhalten der Politiker und Prominenten bei dieser Veranstaltung. "Mir san eben mir, mir san ORFler".

susa18
5
19
Lesenswert?

"das Nicht Tragen von Masken wird dort, so weit es möglich ist auch gestraft."

Das glauben Sie aber selber nicht, oder? 6000 Teilnehmer in Klagenfurt, 32 Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Maskenpflicht. Das nennt man dann Verhältnismäßigkeit.

markus144
4
9
Lesenswert?

Da muss halt...

Politik und Polizei angemessen reagieren - zumal es eine schöne Einnahmequelle für den Staat wäre.

kleinalm
9
29
Lesenswert?

Mein Gott...

diese ganze Anzeigerei dauernd!

hansi01
22
19
Lesenswert?

Wenn Sie Interviews gegeben hätten

Und Telefongespräche gemacht hätten wäre nichts zu beanstanden. Sicher gibt es viele Spender welche gerne mal mit einem Prominenten reden möchten.
Aber dann artet alles aus, es wird gesungen, geklatscht und getanzt. Vielleicht auch noch ein gemeinsames Essen.
Eine Entschuldigung in Form von 2 Monatsgehälter zu gunsten Licht ins Dunkel ist von jedem Teilnehmer das wenigsten was man machen kann. Aus eigener Tasche und nicht aus der Tasche des Steuerzahlers.

Gun125
22
36
Lesenswert?

Wasser predigen

und Wein trinken oder Alle sind gleich aber Manche sind gleicher.
Bei den nächsten Wahlen die Konsequenzen ziehen

 
Kommentare 1-26 von 137