KritikWenn Harry & William als Vorlage dienen: "Young Royals" auf Netflix

Ein junger Prinz in der royalen Zwangsjacke, erste Liebe und Fragen der Gerechtigkeit: "Young Royals" überzeugt mit authentischem Cast, interessanten Anleihen an der Realität und macht Freude, obwohl es die gefühlt 1000. Coming-of-Age-Serie auf Netflix ist.

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Prinz Wilhelm (Edvin Ryding) muss ins Internat und sich dort beweisen. © Netflix/Robert Eldrim
 

Etwas Besonderes zu sein, schließt die Unmöglichkeit ein, normal zu sein. Darum prüfe, wer sich wünscht, ein Prinz zu sein! Fragen Sie beim fiktiven Prinz Wilhelm (gespielt von Edvin Ryding) nach, der nach einer abendlichen Prügelei zur Reue verdammt ist. Wo, wenn nicht in einem Königshaus, ist die Rangordnung klar definiert: „Es ist entschieden. Sei einfach still“, duldet die Mutter keinen Widerspruch. Wilhelm kommt auf ein Internat, wird dort ein- und von der Welt ausgesperrt.

"Young Royals" ist eine schwedische Serie, die eine Gruppe junger Menschen zeigt, die der Reichtum trennt und die Schwächen eint. Als Prinz ist Wilhelm geliebt und zugleich gehasst, muss sich Initiationsriten unterziehen, sich beweisen, brav sein, seinen Gerechtigkeitssinn entdecken, Liebe finden, erwachsen werden. Wilhelm stößt auf den jungen Adel und auf einige wenige "normalsterbliche" Schüler, denen zwar das blaue Blut fehlt und die dennoch geduldet werden. Ausgerechnet in einen dieser Schüler verliebt sich der junge Prinz und lernt mit ihm die Welt der Durchschnitts- oder Geringverdiener kennen.

Schwedische Erfolgsgeschichte

„Je schneller du dich anpasst, desto leichter wird es“, hört Wilhelm von seinem Bruder und das geht schon fast als Plagiat durch: In seinem aufsehenerregenden Gespräch mit Oprah Winfrey erinnerte sich Prinz Harry an den Ratschlag, „einfach das Spiel zu spielen, und dein Leben wird einfach sein“. Ohne Frage dienten Harry & William als Schablone für die Serie, die nicht zufällig am 60. Geburtstag von Prinzessin Diana erschien. Allerdings begeht "Young Royals" nicht den Fehler, die britische Vorlage über die Maßen zu beanspruchen.

Schwedische Serien und Streaming, diese Kombination funktioniert, wie zuletzt „Snabba Cash“ oder „Love & Anarchy“ bewiesen. Auch in diesem Fall geht die Rechnung auf, weil das Drehbuch von "Young Royals" die Figuren entwickeln lässt und mehr als nur eine Geschichte über versnobte Jugendliche erzählen will.

Noch dazu lernt man (übersetzte) schwedische Trinksprüche: "Wie ging die Vasa unter? Runter damit". Das kann man womöglich noch einmal brauchen.

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