Nachdem „Willkommen bei Carmen Nebel“ im ZDF kürzlich verabschiedet wurde, nimmt das zweite öffentlich-rechtliche Fernsehen Deutschlands eine Verjüngung vor. Für drei Jahre und mindestens zwölf Hauptabendshows hat Giovanni Zarrella unterschrieben. Die ersten zwei Sendungen mit dem Sohn italienischer Eltern kommen im Herbst auf den Bildschirm. Der ORF überlegt dem Vernehmen nach, ab 2022 die Zarrella-Shows – zusätzlich zu den Florian-Silbereisen-Festen der ARD – zu übernehmen.

Ein toller Karrieresprung für den 43-Jährigen, der durch ein Pop-Castingformat als Mitglied der Boyband Bro’Sis auf RTL II auf sich aufmerksam gemacht hat. Und seit 2019 mit italienischen Versionen von Schlagerhits wie „Atemlos“ oder „Verdammt, ich lieb dich“ erfolgreich ist – Goldstatus in Deutschland und Österreich mit mehr als 300.000 Verkäufen bzw. Downloads des Albums „La vita è bella“.


„In der italienischen Sprache bekommen diese Ohrwürmer einen anderen Anstrich“, sagt Zarrella, der neben Evergreens von Marianne Rosenberg, Nena, Udo Lindenberg und eben Helene Fischer eine Ausnahme für das Nachfolgewerk „Ciao“ gemacht hat.
Für die gleichnamige Vorab-Single und die Titelnummer nahm er nämlich keinen deutschsprachigen Schlager auf Italienisch auf, sondern einen der größten Hit-Exporte Österreichs: „Live is Life“ von Opus. Das Ergebnis heißt „Ciao“: „Dieser Song ist für mich wie eine Aufbruchsstimmung. Wenn er in einem Stadion erklingt, siehst du, wie er in den ersten Sekunden Freude und Euphorie auslöst. Er macht das Licht an. Egal, wie viele andere Versionen es davon schon gab. Für ‚Live is Life‘ habe ich die Regel für mein neues Album gebrochen, nur deutschsprachige Hits neu zu interpretieren. Die einzige Freigabe, die nicht kam, war ,Über den Wolken‘ von Reinhard Mey.“

Zu seiner neuen Karriere sagt er: „Natürlich bin ich ein Casting-Kind wie Beatrice Egli oder Pietro Lombardi, aber wie bei den No Angels, die gerade eine Reunion feiern, wird es das bei Bro’Sis nicht geben!“ Mit „Musik aus allen Genres“ will Zarrella in die neuen Shows des ZDF gehen: „Ich fühle mich nicht als Nachfolger, wir machen etwas anderes.“ Im Herbst will er dann mit seinen ersten ZDF-Abenden „sich keiner Musikrichtung verschließen“. Zarrella konkret: „Ich bin ein Gastronomenkind durch meine Eltern! Ich will und kann unterhalten. Als Vorbereitung habe ich mir dafür alte Shows mit Peter Alexander angeschaut – und würde gern ein Showmaster sein, wie es früher der große Alexander war. Ich habe mir nun alle seine Shows auf DVD angeschaut.“ Der legendäre Wiener ist „mit seiner Leichtigkeit, seiner Eleganz und all seinen Facetten mein großes Vorbild“. Zarrella könnte tatsächlich Neues und Altes verbinden.