Man könnte es schnell als so dahergesagte Jugendsünde abtun: „Ich glaube, dass Mussolini ein guter Politiker war.“ Giorgia Meloni war da knapp 20 Jahre alt, als sie in einem TV-Interview die politischen Vorzüge des Duce lobpreiste. Will man der heutigen italienischen Ministerpräsidentin ihr jugendliches Gewäsch von gestern vorwerfen? Macht man eh nicht: Die zweiteilige Doku „Giorgia Meloni: Die Macht des Clans“ (ab 20.15 Uhr auf Arte und in der Arte Mediathek) lässt einfach die Herrschaften rund um Meloni den Aufstieg schildern – Macht macht mitteilsam. Bekanntlich teilt man Erfolg nicht gerne, aber die Erzählung dazu, die bringt man großzügig unter die Leute. Clan der „Möwen“ nannte sich die Gruppierung in den 90er-Jahren, der sich Meloni schon früh angeschlossen hat. Die Ideologie musste man sich nicht ausdenken, die war schon da, war man doch eine Ortsgruppe der neofaschistischen Partei „Movimento Sociale Italiano“ (MSI).