Der 1912 in Hüttenberg geborene Heinrich Harrer war ein talentierter Mann: Als Skifahrer, Bergsteiger, Reisender, Filmemacher und Schriftsteller hinterließ er bleibenden Eindruck. Am 7. Jänner jährt sich sein Todestag zum 20. Mal.
In die Ruhmeshalle des Alpinismus schrieb er sich im Jahr 1938 ein, als er gemeinsam mit Fritz Kasparek, Anderl Heckmair und Ludwig Vörg die damals als „Mordwand“ bezeichnete Nordwand des Eiger durchstieg. Eine große Leistung, die von der nationalsozialistischen Propaganda missbraucht wurde. Am 26. Juli 1938 schrieb der „Völkische Beobachter“, dass die Bergsteiger „als Vertreter eines großen Volkes den Kampf mit der Eiger-Nordwand“ aufgenommen hätten. Der „Sieg“ am Eiger führte zur Einladung zur deutschen Nanga Parbat-Expedition. Diesen 8125 Meter hohen Eisriesen nannte man lange Zeit den „Schicksalsberg der Deutschen“. Für Harrer veränderte die Teilnahme sein weiteres Leben: Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, geriet der Kärntner Alpinist in britische Gefangenschaft und flüchtete nach Tibet. Seine Erzählung „Sieben Jahre in Tibet“ und die nachfolgende Freundschaft mit dem Dalai Lama prägte sein restliches Leben.
Harrer und der Nationalsozialismus
Harrers Mitgliedschaft bei der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und der SS während der Zeit des Nationalsozialismus bekam durch die Verfilmung von 1997 mit Brad Pitt wieder erhöhte Aufmerksamkeit. Harrer selbst nannte beide Mitgliedschaften einen „ideologischen Irrtum.“
Die ServusTV-Reihe Bergwelten zeigt am Montag, 5. Jänner, um 20.15 Uhr „Heinrich Harrer - Ein Leben, ein Abenteuer“ und versucht dabei eine Standortbestimmung des Alpinisten und Weltreisenden. Die Alpin-Legenden Reinhold Messner und Alexander Huber kommen darin genauso zu Wort wie Lutz Maurer, Mitbegründer der ORF-Reihe „Land der Berge“, und Harrer-Kenner. Harrer trug wesentlich dazu bei, dass die tibetische Kultur weltweit Aufmerksamkeit bekam, hinterließ mit Erstbesteigungen wie jener der Carstensz-Pyramide in Neuguinea im Alpinismus große Fußspuren und legte mit seinen Sammlungen den Grundstein des sich heute in Hüttenberg befindlichen Harrer-Museums.