Nach diesem drastischen Fall aus Stuttgart in der Anmutung eines Echtzeitthrillers, wo die Geiselnehmerin nicht nur einmal vor den Augen der Zuschauer abdrückt, könnte die Lust auf den Besuch eines Kinosaals durchaus vergehen. Dort zittern die Geiseln nämlich um ihr Leben – und werden im Stil einer Versuchsanordnung nach Ferdinand von Schirach in Lager geteilt und Stunde für Stunde zu Abstimmungen gezwungen: Wen soll die nächste Kugel treffen? Die Vertreterin der „Lügenpresse“, einen opportunistischen Lokalpolitiker, den Polizeipräsidenten, den Staatssekretär des Innenministers oder Kommissar Sebastian Bootz, der selbst zu dieser Filmpremiere gar nicht eingeladen war?
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Kolumne.
Kommissar Bootz ist unter den Geiseln in einem Kinosaal: Auf ihn ist die Waffe gerichtet. So geht der Fall „Verblendung“ aus Stuttgart los. Und die Zeit für seinen Kollegen, den Krisenstab und das Spezialeinsatzkommando wird knapp.
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