Von fehlenden Diskursen und Gesprächskultur ist dieser Tage ja viel die Rede und man kann nicht behaupten, dass es im TV einen Mangel an Gesprächsformaten gibt. Und ebenso kann man nicht behaupten, dass die Zuschauenden aus vielen dieser Runden auch nur ein kleines bisschen gescheiter daraus hervorgehen. Hätte man theoretisch die Möglichkeit vor Ort Einspruch zu erheben, dann würde man ohnehin nicht zu Wort kommen – weil erstens, viele wirr durcheinanderreden und das hat zweitens damit zu tun, dass das Sendungsbewusstsein in den politischen Talkformaten gerne Überhand nimmt. Mittlerweile gibt es ja fast so etwas wie einen Talktourismus, wo es vor allem darum geht, sich selbst als Marke zu promoten, ganz egal, ob man vom Thema eine Ahnung hat. Meinungsmache oder profunde Einschätzung? Das ist nicht immer ganz klar.
Unaufgeregt und sachlich
Neues ORF-Talkformat „Die Runde“: Es geht auch ohne Talktouristen
Braucht es noch mehr Polit-Talks im Fernsehen? Im Gegensatz zur privaten Konkurrenz hat der ORF hier Aufholbedarf und schickt nun „Die Runde“ ins Rennen.
© APA / Hans Leitner