Ein tragischer Schatten liegt über Walter Kratners Skulptur "Lampedusa" in der Grazer Kunsthalle. Nicht nur weil der Künstler knapp vor der Eröffnung der heurigen Ausgabe der Reihe "Part of the Game" verstorben ist. Mithilfe von Bildaufnahmen hat man versucht, Kratners Vorstellung seines Metallboots zu rekonstruieren. Das Werk war seit 2015, als es bei der Weizer Pfingstvision gezeigt worden war, diversen Veränderungen unterworfen. Es ist ein fragmentiertes Bootsgerippe, dessen Gestalt an die Fluchtkatastrophen im Mittelmeer erinnert und das durch die Integration von schweren Nägeln, Haltegriffen und einer mumifizierten Ratte einen weiten Assoziationsraum zwischen afrikanischer Kunst und fremden Kult, Memento mori und nackter Verzweiflung eröffnet. Bis 5. Mai ist "Lampedusa" aufgebaut, die Finissage um 18 Uhr ist zugleich eine Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Künstler.
Kunsthalle Graz
Die letzte Arbeit des verstorbenen Walter Kratner
Ein Bootsgerippe und abgemalte Handy-Selfies: Die Kunsthalle zeigt in ihrem Parallelprogramm "Part of the Game", dass auch scheinbar Disparates sich sinnfällig zu ergänzen vermag. Arbeiten von Nadine Nebel treffen auf eine Skulptur Walter Kratners.
© Reinisch