Ein kahler, großer Raum in der Zentralperspektive, darin ein langer Tisch mit weißem Tischtuch. Das ist keine Beschreibung einer Eventlocation, sondern eine Raumikone, wenn man so will. Viele Jahre hat sich Ben Willikens mit „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci befasst und 1976/79 die erste Fassung seiner Version geschaffen. Der deutsche Maler huldigt diesem markanten Raum, aber es ist immer die Abwesenheit der Menschen, die noch dringlicher an sie gemahnt.

Für den 82-Jährigen sind seine Räume immer auch als Spiegel einer inneren Haltung zu sehen. Umgelegt auf seine Version vom letzten Abendmahl ist der Subtext durchaus ein kritischer. Malte er das Bild doch „als Erkenntnis, dass alle diese Heilsversprechen gebrochene Versprechen sind. Und diesen Zorn wollte ich ausdrücken.“ Willikens Werke sind bisweilen die physische Abbildung einer inneren Landschaft, die er mit einer Klarheit und Präzision schafft, die beim Betrachten unter die Haut gehen. Kein Wunder, dass die Ausstellung in der Albertina „Kälte – Räume“ heißt.