Nach der Literatur soll es also (wieder einmal) Latein im Gymnasium an den Kragen gehen, denn: Non scholae, sed vitae discimus! Nihil novi sub sole! Alsdann: In medias res! In „res“ (lat. Sache) steckt bekanntlich die „Republik“ – res publica – die öffentliche Angelegenheit, der Staat – und ein Minister dieser Republik (auf Englisch heißt er „Comeback“) meint, eine Kürzung der Lateinstunden sei eine Conditio sine qua non am Weg in eine gewinnorientierte, zukunftsfitte Zukunft. Denn: Pecunia non olet! Es wäre sicherlich populär (von Populus, das Volk), auch dazu das Volk zu befragen – allerdings ist „Demokratie“ nicht lateinisch, sondern griechisch: Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe! Horribile dictu: Auf Lateinisch hieße Demokratie „Populismus“ – also das Schlimmste vom Schlimmen! Wie schnell kann Populismus in die Diktatur führen! (von lat. dico, -is, -ere, dixi, dictum: sagen, sprechen, diktieren…)
Quergedacht
Lalalatein: Jetzt geht es also Latein an den Kragen
Kolumne.
Egyd Gstättner über den Lateinunterricht im Gymnasium, die Demokratie, die Republik und andere wichtige Dinge.
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