Heute würde man Systemsprenger zu ihr sagen: Die Enddreißigerin Elisa erzählt in „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ bei einer Zugfahrt von Zürich nach Hamburg ihre oft wilde Lebensgeschichte. Es ist ein fiktives Zwiegespräch, denn die Adressatin ist Mascha Kaléko, die längst verstorbene Lieblingsdichterin der Ich-Erzählerin. Kalékos tiefgründigen aber meist humorvollen Verse, die an Erich Kästner, Joachim Ringelnatz und ähnliche erinnern, täuschen über die Gedankenschwere der vor den Nazis in die USA geflüchteten Jüdin hinweg. Und auch ihre Verehrerin, die deutsche Autorin Sarah Lorenz schildert im Plauderton nicht nur Heiteres. Im Gegenteil.