Weihnachten naht mit großen Schritten. Man redet zwar gern vom Verzicht auf Geschenke, aber Hand aufs Herz: Wer freut sich nicht über Geschenke? Wer Musik, Literatur oder Kunst schenken will und noch regional, dem sei ein kleiner Überblick gegeben. Es lohnt sich.

In Sachen Pop hat die Oberkärntnerin Esther Graf auf ihrem Album „Happy Worstday“ (Sony) ein großes Ausrufezeichen gesetzt: flotter, frecher Deutsch-Pop von der derzeit erfolgreichsten österreichischen Musikerin auf Spotify. Und der gute Bibiza hat Wurzeln, die nach Osttirol reichen. Sein Album „Bis einer weint“ (Columbia) gibt es als Doppel-LP: Dem Rapper ist ein schönes Album gelungen, nicht umsonst hat er heuer zwei Amadeus-Awards bekommen.

Wer die Weihnachtszeit zur inneren Einkehr nutzt, dem sei die neue CD von Gitarrist Janez Gregorič, Saxophonist/Flötist Wolfgang Puschnig und Sprecher Wolfram Berger wärmstens empfohlen: „Ins Offene“ (Sonus), so ein inniges Leuchten, stilübergreifend zeitlos und verschnitten mit klangvoller Lyrik aus Fabjan Hafners „Geschichte des Lauschens“. Da geht es aber nicht nur um Klänge, sondern auch um Ängste oder südkärntner zynisch-politisches Bewusstsein: „Nie wollte ich aus der Menge ragen, schon gar nicht aus dieser“. Drummer Klemens Marktl hat heuer mit einem in jeder Hinsicht aufwändigen Album aufhorchen lassen: Klemens Marktl Xperience (ATS Records). Lauter Eigenkompositionen und eine wunderbare Band rund um den US-Saxophonisten Tim Armacost, die jeder rhythmischen und harmonischen Wendung folgt. Mit Akkordeon und Flöte macht das Duo finepulse Musik von J. S. Bach bis Astor Piazzola als „Fusion“ (Sonus) hörbar.

Zuletzt noch ein richtig grooviges Album: Der Kärntner Saxophonist Robert Unterköfler, die heuer mit dem Ö1-Jazzpreis ausgezeichnete Wiener Bassistin Nina Feldgrill, außerdem der ebenfalls Kärntner Keyboarder Erik Asatrian und der Tiroler Drummer Simon Springer haben ihr von der Presse hoch gelobtes Debüt-Fusion-Album „Chameleon Circuit“ (DkyDeck) veröffentlicht. Smoother Rhythmus, viel Synthie-Zauber!

Literarisches

Auch der „literarische Kontinent Kärnten“ (so Literaturkritiker Klaus Kastberger über Josef Winkler anlässlich der Landeskulturpreisverleihung) hatte 2024 einiges zu bieten: Allem voran natürlich Julia Josts im Feuilleton gefeierten Debütroman „Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht“ (Suhrkamp). Aber auch Elke Laznias „Fischgrätentage“ (Müry Salzmann Verlag), das für die Shortlist des österreichischen Buchpreises nominiert war, ist feine Lesekost. Poesieliebhaber freuen sich über Axel Karners Gedichtband „Popanz“ oder Alexander Widners Moritatensänger „Bulu“ (beide Wieser). Freunde skurrilen Humors schmunzeln über den Roman „Arcus“ des Villachers Norbert Kröll (Kremayr & Scheriau), und wer auf der Suche nach einem herzerfrischenden Kinderbuch ist, sollte zu Ulrike Motschiunigs „Komm wir spielen, kleiner Fuchs“ (ab 1 Jahr; G & G Verlag) oder „Ein Herz für Pilu Pinguin“ greifen. Zum Immer-wieder-Lesen eignet sich Egyd Gstättners 2005 erstmals erschienener und heuer neu aufgelegter Roman „Das Mädchen im See“ über die Kärntner Poetin Ottilie von Herbert (Wieser), während Fans realer Kriminalfälle mit Tatjana Gregoritschs „Brandalarm“ (Hermagoras/Mohorjeva) über ein betrügerisches Villacher Frauen-Trio gut bedient sind. Zwei junge Frauen und ein alternativer Lebensentwurf stehen schließlich im Mittelpunkt des Debütromans „Proben“ (Residenz Verlag) der jungen Kärntner Autorin Tara Meister.

Künstlerisches

Kunst muss man nicht nur in Museen bewundern, es gibt auch Arbeiten für kleine Brieftaschen: So bietet die Galerie Vorspann/Vprega (galerievorspann.com) in Eisenkappel/Železna Kapla zum 19. Mal eine Ausstellung mit Werken um jeweils 190 Euro vor Ort und im Online-Marktplatz (marktplatz.galerievorspann.com) an. In der aktuellen Mitgliederausstellung des Kunstvereins Kärnten beginnt es mit 50 Euro, aber es lohnt sich auch, in der Galerie3 (galerie3.com) oder der Galerie M am Alten Platz in Klagenfurt vorbeizuschauen.