Sir John Falstaff residiert in einem Wohnwagen, bei dem er immer wieder seine Blumen gießt. Im Hintergrund steht ein großes Zirkuszelt. Ab dem zweiten Akt findet das Spiel in einer bunten Manege mit vielen Plakaten statt. Diesen „Falstaff“ von Giuseppe Verdi, die diesjährige Eröffnungsproduktion des Laibacher Opernhauses in Koproduktion mit Teatro Livorno „Carlo Goldoni“, lässt Regisseur Emanuele Gamba im Zirkus spielen – wobei die Titelfigur wie deren Direktor mit einem rotgoldenen Gehrock ausstaffiert ist. Das äußert sich auch in den bunten, phantasievollen, teils schrillen Kostümen, vor allem im letzten Bild. Ein durchaus witziger Ansatz, der sich allerdings nicht unbedingt erschließt. Aber das Tempo der Inszenierung ist rasant, der Witz und die vielen Gags zünden und reißen das Publikum mit.
Spielfreudig
Dafür sorgt auch ein ausnahmslos spielfreudiges Sängerensemble: Mit praller Bühnenpräsenz stellt Nebojša Babić den Falstaff mit prachtvollem Organ vor. Ivan Andres Arnšek als Ford ist mit einem etwas rau klingenden Bariton ausgestattet. Dejan Maksimilijan Vrbančič singt mit lyrischem Tenor einen schmachtenden Fenton. Bei den Damen bezaubert allen voran Štefica Grasselli als verliebte Nannetta mit leuchtendem Sopran. Kokett und höhensicher singen Martina Zadro (Alice Ford), solide Nuška Drašček (Meg Page) und mit viel Komik Barbara Sorc (Miss Quickly). Bestens besetzt sind Zoran Potočan (Pistola) und Aljaž Žgavc (Bardolfo). Untadelig singt Matej Vovk (Dr. Cajus). Gut disponiert ist der bewegungsfreudige Chor des Hauses. Vor allem die berühmte Schlussfuge „Tutto nel mondo è burla“ oder „Alles auf Erden ist Spaß“ zündet ganz besonders.
Marco Guidarini lässt beim ziemlich ausgedünnt klingenden Orchester (vor allem bei den Streichern) des Laibacher Opernhauses die Partitur von Verdis genialem, vielschichtigem Alterswerk feinsinnig, durchsichtig, mit lyrischer Empfindungskunst aber auch mit losdonnernden Tutti-Schlägen und durchaus mit Spritzigkeit und Esprit erklingen.
Großer Jubel!