Was ist Heimat? Sergio Morabito und Jossi Wieler stellen in ihrer Inszenierung von Monteverdis "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" die Frage, in welches "Vaterland" der mythische Held Odysseus denn überhaupt zurückkehrt. Die Bühnenbildnerin Anna Viebrock platziert eine Art Nichtort auf die Bühne, ein disparates Ensemble aus Versatzstücken, zwischen Museum, Büro, Strand und Kantine, gruppiert um einen riesigen Webstuhl, an dem Odysseus' verlassene Gattin Penelope ihrer nicht enden wollenden Trauerarbeit nachgehen kann.
Wiener Staatsoper
"Ulisse" von Monteverdi: Berührende Suche nach einer Heimat
Nach einer spannenden "Poppea" und einem doch eher belanglosen "Orfeo" sind nun die Regisseure Jossi Wieler und Sergio Morabito für den Schlussstein des Monteverdi-Zyklus an der Wiener Staatsoper verantwortlich. Ihre subtile Ausleuchtung von "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" ist beachtlich und lebt auch vom grandiosen Georg Nigl in der Titelpartie.
© WIENER STAATSOPER/MICHAEL PÖHN