Seit vergangenen Sonntag, dem Tag, an dem "Rheingold" Premiere hatte, hat ein Gutteil der in Bayreuth anwesenden Wagnerianer auf die Gelegenheit gewartet, dem österreichischen Regisseur Valentin Schwarz die Rechnung zu begleichen. Es wurde wild: Der Regisseur musste nach der „Götterdämmerung“ minutenlang Misfallenskundgebungen hinnehmen. Die Entmythologisierung und Vermenschlichung des Opus Magnum Wagners wurde ihm massiv verübelt, weil er einerseits auf Brutalität und Trash setzte, und andererseits alle Erwartungshaltungen brach und die Vorgaben von Libretto und Musik bisweilen sehr keck umlaufen hatte. Ein mutiger Schritt für einen 33-Jährigen. Und auch wenn bei weitem nicht alles saß, was Schwarz in dieser Woche gezeigt hat: Am Ende ist seine Lesart des „Ring des Nibelungen“ durchaus logisch und stringent.