Karwoche ist in Wien Wagner-Zeit. Am Gründonnerstag gibt es einmal nicht den „Parsifal“, sondern die Neuproduktion von „Tristan und Isolde“. Regie führt Calixto Bieito, ein Gott-seibeiuns von konservativen Opernfans, der letzte Saison seine „Carmen“-Version an der Staatsoper präsentiert hatte. Schon bei der Generalprobe (!) kam es nun zu (etwas taktlosen) Unmutsäußerungen, was den Staatsoperndirektor Bogdan Roščič veranlasste, vor den Vorhang zu treten und von den (überwiegend geladenen Gästen) mehr Sensibilität für den Probenprozess und die Interpreten einzufordern. Es wird spannend, natürlich auch, weil das legendäre Liebespaar zwei große österreichische Wagner-Sänger präsentiert. Andreas Schager singt den Tristan, Martina Serafin die Isolde.