Sein Marathon dauerte von 1998 bis 2018. In diesem Zeitraum hatte Josef M. Doeller unter dem Titel „Bach XXI“ sage und schreibe 170 geistliche Kantaten des Barockmeisters dirigiert. Und weil der Grazer Domkapellmeister schon so gut in Schwung war, ging der 67-Jährige noch auf eine weitere Langstrecke: Mit „Bach XXI 2.0“ stellt er seit damals dessen überwältigendes Œuvre in Bezug zur Bach-Familie, zu Zeitgenossen wie Telemann, zu Wiederentdeckern wie Mendelssohn, zu Verehrern aller Epochen bis herauf zu Schönberg oder Radulescu.

Nun aber biegt Doeller, der Ende des Jahres in Pension geht, in die Schlussrunde. Nämlich mit einem seiner Lieblingswerke, Bachs „Johannespassion“. Als Solist mit dabei ist Mario Lerchenberger – „der kommende Evangelist“, wie Doeller den in Graz ausgebildeten Kärntner Tenor in einem Gespräch mit uns lobte. Der nächste Termin zum Finale hin ist übrigens ein Kantatenabend im Juni, zugleich auch das „Aufwärmen“ für die schon 2020 geplant gewesene und durch Covid verhinderte Teilnahme am Bachfest Leipzig auf Einladung der dortigen Internationalen Bach-Gesellschaft.