Wiener StaatsoperDon Giovanni oder Die Nacht auf dem kahlen Felsen

Mit der düstersten der drei Mozart-Opern nach Texten von Lorenzo Da Ponte beginnt der Regisseur Barrie Kosky seinen Zyklus für die Wiener Staatsoper. Er zeigt "Don Giovanni" als Nachtstück, das dank der ausgefeilten Personenführung niemals trist wirkt. Die Premiere lief als TV-Übertragung, live dabei waren nur berichtende Journalisten und das Produktionsteam.

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Kyle Ketelsen und Phiippe Sly als Giovanni und Leporello © Staatsoper/M. Pöhn
 

Rainer Maria Rilke schrieb über Georg Büchners verlorene Seele Woyzeck, sie stehe mit dem „Stallgewand im Weltall“. Ein Befund, den man auch den Personen dieses „Don Giovanni“ ausstellen könnte, mit der Einschränkung, dass sie besser angezogen sind. Aber das täuscht natürlich nicht darüber hinweg, dass Don Giovanni, Leporello, Elvira und alle anderen ebensolche verlorenen und verschreckte Seelen sind, die auf einem nackten Felsen wohnen, welcher durch die unendliche Schwärze und unermessliche Leere eines sinnlosen Weltalls rast.

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